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Alt 28.06.2017, 09:16   #1 (permalink)
Fahrer
 
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Standard Austausch Ausrücklager Kupplung

Hallo,
ich habe die Falco jetzt mal eine Woche intensiv in den Dolomiten bewegt. Am dritten Tag hat sich das Gefühl in der Kupplung verändert. Seit dem habe ich im Leerlauf, wenn man die Kupplung leicht zieht, ein drehzahlabhängiges pulsieren / vibrieren im Kupplungshebel. Die Stärke des Pulsieren hat dann aber im Laufe der Zeit etwas nachgelassen. Ansonsten funktionierte die Kupplung die restlichen Tage einwandfrei.

Nach Recherche hier im Forum vermute ich ein Schaden am Ausrücklager. Dieses kann durch ein Standardlager 16004 ersetzt werden. Eine Sonderbauform scheint nicht notwendig zu sein.

Leider ist das Werkstatthandbuch ein wenig sparsam mit Informationen, daher noch ein paar Fragen hier im Forum bevor ich den Motor aufmache.
  • Wird Spezialwerkzeug benötigt, wie z.B. Abzieher, Schraubensicherung Locite?
  • Muss ich die Federplatte wie im Handbuch beschrieben wirklich auf 100 Grad Celsius erhitzen? Einbau/ Ausbau oder beides?
  • Benötige ich noch zusätzlich irgendwelche Dichtungen?
  • Gibt es Besonderheiten die zu beachten sind?

Falls jemand einen Link auf ein HowTo hat wäre ich dankbar. Bisher habe ich nur generelle Abhandlungen gefunden.

BTW: Der Schaden ist jetzt bei ca. 10.000km aufgetreten. Ich denke, das ist ein verschleppter Standschaden.

VG
Stefan
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Ungelesen 28.06.2017, 09:16   #1 (permalink)
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Alt 28.06.2017, 10:48   #2 (permalink)
CupWinner
 
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Motorrad: SL 1000
Standard

Die Druckplatte erhitzen, evtl. fällt das Lager von alleine raus. Ansonsten einen Dorn oder eine Halbzollnuß in passender Größe nehmen, auf das Lager aufsetzen und mit einem Hammer nachhelfen. Beim Einbau ähnlich verfahren, oder das Lager ins Eisfach und wenn es richtig abgekühlt ist, sollte es schon von alleine in den Lagersitz der erhitzen Druckplatte fallen.
Ticktack ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2017, 11:03   #3 (permalink)
Einwohner Noales
 
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Standard

Moin Stefan,
Kupplungsausrücklager lässt sich ohne großen Aufwand wechseln. Öl muss nicht abgelassen werden.
Auf der rechten Motorseite den runden Kupplungsdeckel abschrauben (M5 Inbus Schrauben).
Darunter ist die Kupplungsmembrane. Diese vorsichtig am Rand aus den Haltenase lösen. Auf der Außenseite der Membrane darf kein Öl sein, sonst ist sie undicht und muss ersetzt weden (ebay ca. 10.-€). Dann die große Mutter lösen, dabei mit einem 6er Inbus gegenhalten und aufpassen, dass die Haltenasen nicht wieder einrasten und dann abreissen. Reihenfolge der Mutter, Scheiben und Bleche beim Abnehmen nicht vertauschen.
Darunter sitzt die Kupplungsdruckplatte. Hier die Druckfedern abschrauben und schon kannst Du die Druckplatte samt Ausrücklager abheben. Keine Angst, da springt nichts entgegen, da ist nach dem Lösen der Federn keine Spannung mehr drauf.
Druckplatte anwärmen und dann das alte Lager ausdrücken, oder mittels einer passenden Nuss von außen auf den Innenring gelegt, vorsichtig nach innen rausschlagen. Das neue Lager mit einer passenden großen Nuss (die nur auf dem Außenring aufliegt!!) einpressen oder vorsichtig eintreiben. Dabei nie über den Innenring eintreiben = Lager kaputt...
Alles umgekehrt wieder zusammenbauen. Anzugsmoment der Federschrauben: 11Nm.
Die Mutter für die Membranebefestigung am Druckstempel mit Loctite 242 (blau) sichern. Anzugsmoment: ca. 30Nm (fest, aber nicht brutal anknallen)
Runden Deckel wieder drauf, Membrane in die Haltenasen legen: M5 Anzugsmoment: 4-5Nm (leicht Handfest).
Weiterhin würde ich dringend das Rückschlagventil der Antihoppingkupplung, oben rechts am hinteren Drosselklappenanschluss prüfen. Da geht ein ca. 1cm dicker schwarzer Schlauch nach schräg vorne unten weg. Nach ca. 10-15cm kommt das Ventil. Es darf nur der aufgedruckten Richtung Durchgang haben. Bei dem Alter geht das gerne kaputt und kann ua. ein pulsieren im Kupplunghebel verursachen. Als nächstes geht dann die Membrane kaputt und sie verbrennt das austretende Öl im hinteren Zylinder...
Wenn das Ausrücklager wirklich im Eimer ist, würde ich einen Sicherheitsölwechsel machen, um allen Abrieb aus dem Motor zu entfernen.
Viel Spass!

Gruß Felix
PS: da war wieder einer schneller...

Geändert von felix (28.06.2017 um 11:06 Uhr).
felix ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 28.06.2017, 13:50   #4 (permalink)
CupWinner
 
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Beiträge: 807
Motorrad: SL 1000
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Bei mir ist es damals passiert als ich 300 km von zu Hause weg war. Wollten gerade ne Tour durchs Bergische machen. Erst dieses pulsieren, dann ging es wieder, dann krack und keine Kupplung mehr. Doof, wenn man noch die ganzen Ampeln in Köln um sich hat. Egal, wir waren ja zu zweit. Kumpel mich immer an der roten Ampel angeschoben und so ohne Kupplung zum Ausgangspunkt. Den Deckel weggeschraubt, das Dilemma gesehen, die Trümmerteile rausgesammelt und den Plan gemacht als " Lonesome Cowboy " den Weg nach Hause anzutreten. Waren ja nur 300 km ohne Kupplung . Mein Bekannter mußte noch in Köln bleiben und hat mich bei jeder roten Ampel wieder angeschoben, bis zur Autobahn. Hab das tatsächlich geschafft ohne anzuhalten bis vor meine Werkstatt. Hatte von nem defekten Motor noch eine Druckplatte mit Lager. Noch einen Ölwechsel gemacht und fertig wars. Habe irgendwann nochmal die Ölpumpe zerlegt und begutachtet, aber da war nichts.
Geht doch....
Ticktack ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.06.2017, 00:59   #5 (permalink)
Einwohner Noales
 
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Das Lager läßt sich auch ganz gut überprüfen, wenn die Druckplatte ausgebaut ist.
Das Lager mit Bremsenreiniger fettfrei machen. Dann den Innering mit den Finger festhalten, und die Druckplatte drehen. Dabei darf das Lager in keinster Weise hackeln, es muß ganz frei drehen. Wenn das Lager gut ist, mit Motoröl wieder schmieren und einbauen, ansonsten wechseln.
Falco1000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.06.2017, 13:58   #6 (permalink)
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Danke für die Tips. Ich fange dann mal mit dem Rückschlagventil an und besorg mir schon mal ein Lager 16004 (offen;wird ja mitgeschmiert).

Nach euren Hinweisen gehe ich davon aus, das bei sorgfältiger Arbeit keine neue Dichtung benötigt wird.

VG
Stefan
Strek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.06.2017, 14:11   #7 (permalink)
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Die Unterdruck Membran der Kupplung ist aus Gummi, und übernimmt die Dichtfunktion vom runden Kupplungsdeckel. Wenn sie nicht beschädigt ist, kann sie weiterverwendet werden.
Falco1000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2017, 16:27   #8 (permalink)
Fahrer
 
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Hallo,
das Lager war wirklich defekt. Zum Glück keine Kleinteile in der Kupplung. Nur das Umfeld des Lagers war mit Metallpartikel verschmutzt und das Lager hing ab und zu.

Also alles sauber gemacht und neues Lager eingebaut.

Leider ist mir trotz Verwendung eines Drehmomentschlüssel eine Federschrschraube abgerissen. Also muss ich die Tage nochmal dran gehen, dann aber mit neuen Schrauben und ohne Drehmomentschlüssel. Handfest sollte reichen.

Für die Zentralmutter kann man wegen des benötigten Imbusschlüssel zur Fixierung eh keinen Drehmomentschlüssel verwenden. Oder gibt es da einen Trick?

Danke nochmal für alle Tips. Bald läuft Sie wieder.

VG
Stefan
Strek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2017, 18:10   #9 (permalink)
Einwohner Noales
 
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Hi,
denk an den zusätzlichen Ölwechsel mit neuem Filter!
Wenn Dir bei eingestellten 11Nm die Schraube abgerissen ist, würde ich die richtige Funktion des Drehmomentschlüssels in Frage stellen. Mit so einem Werkzeug würde ich nicht mehr arbeiten. Richtig mit 11Nm angezogen reisst da nichts aus. Oder es waren Schrauben aus dem Kaugummiautomaten... Ich würde vorsichtig mit einem Linksbohrer den abgerissenen Schraubenrest anbohren, wahrscheinlich geht er dabei schon raus. Hoffentlich ist das Gewinde im Kupplungskern noch heil.
Bei der dicken Mutter der Ausrückstange kannst auch die Mutter mittels Schraubenschlüssel festhalten und mit einem linksauslösenden Drehmo ("Durchsteck"-Drehmomentschlüssel) die 6er Inbus anziehen. Zur Sicherung etwas Loctite 243 (blau) aufs Gewinde auftragen. 30Nm sind "fest", aber nicht "knallfest". Da sich die Ausrückstange nicht mitdreht hält die einfache Loctite Schraubensicherung auch wenn nur mit 23,74Nm angezogen wurde.

Gruß Felix
felix ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 02.07.2017, 22:13   #10 (permalink)
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Hallo,
den Schraubenrest konnte ich durch auflegen des abgerissenen Schraubenkopf sehr leicht wieder rausdrehen. Also keine weiteren Beschädigungen.

Da bereits einige Schrauben korrekt angezogen waren glaube ich eher an ein Materialproblem. Ich besorg mir jetzt einen Satz neue Schrauben.

Einen wie von dir beschriebenen Drehmomentschlüssel habe ich nicht. Als dann mit Gefühl festziehen.

VG
Stefan
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Ungelesen 02.07.2017, 22:13   #1 (permalink)
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