Auf dem Apriliatreffen im Xanten wurde mir
durch Aprilia Deutschland die Möglichkeit eröffnet
die neue Dorsoduro zu fahren.
Ich möchte Euch gleich meine Fahreindrücke schildern,
solange sie mir noch präsent sind.
Von Vorne bis Hinten ein feistes Teil !
Die ersten Fahreindrücke waren bemerkenswert wenn nicht sogar
süchtig machend...
Ab dem ersten Probesitzen, war ich sofort angefixt, die Sitzposition ist
sehr gemütlich, die Instrumente gut ablesbar und auch die Verarbeitung
empfand ich als sehr wertig. Die Komponenten erschienen mir als hochwertig
und die Bereifung in den Dimensionen 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17 waren
nicht nur zweckmäßig sondern runden den Gesamteindruck ab.
Ein entschlossene Druck auf den Startknopf erfüllte meine Erwartungen vollstens,
und übertraf diese...
Das Standgeräusch ist ein sehr tiefes dumpfes beeindruckendes
Blubbern des 90° V2 Triebwerks, welches schon erahnen lässt,
welch eine Kraft sich hinter diesem verbirgt.
Der Motor läuft weich und doch Zweizylinder V90 typisch, mit sehr angenehmer Laufruhe.
Beim ersten Gasgeben erwartete mich ein tiefes, fauchendes Feedback, welches nicht
gerade bei einem Orginalauspuff zu erwarten war, auch hier hat Aprilia alles richtig gemacht
und nicht wie bei vielen Werkskastrierten 4 Zylinder die sich anhören wie Omas Staubsauger.
Bei der Abfahrt gab es einen Vorgeschmack auf das Potential. welches sich
schon in unteren Drehzahlen verbirgt.
Der Motor liegt sehr direkt am Gas und erwartet eine erfahrene Viertakthand, da es sonst
beim Dosieren zum ungewollten Nicken mit dem Helm kommt

...eine völlig neue Eigenschaft, welche ich ansonsten nur von Einzylindern gewohnt bin und gänzlich anders als
bei der RS250 oder den Kastraten asiatischer Hersteller ist.
Dies könnte sich aber auch direkt ändern, wenn man sich für ein anderes Fahrprogramm als "Sport" entscheidet, den das Gasgeben erfolgt elektronisch
Elektronische Einspritzung, 52 mm Drosselklappen-∅; Ride-bywire-
Steuerung, 3 Fahrprogramme (Sport, Touring, Regen)
Beim ersten Gasaufziehen wurde ich sehr überrascht, da das (!) => volle Drehmoment
von 82 Nm schon bei gerade mal 4500 U/Min (!) grollend an den Armen zieht,
und bis in den dritten Gang das Vorderrad ganz ungeniert anheben möchte.
( wenn man möchte ) ...
Ein erstes Schwänzeln bei hohen Geschwindigkeiten bemerkte ich
bei ca.160 Km/h welches ich erst ab 200 KM/H ( !!! ) als unangenehm empfand.
Genau kann ich es auch nicht mehr sagen wann es mit dem Schwänzeln anfing,
da ich beeindruckend schnell schon die 210 berührt hatte nur leider ging mir langsam die
gerade Straße aus, sonst wäre vll. auch noch mehr ( lgt. Tacho ) gegangen...
Was für eine Sumo !
Kurze Sprints zur 200 Marke sind kein Problem und stacheln gerne zu kurzen
Gasorgien auf der Landstaße und Autobahn an,
was sich gesundheitlich und Führerscheintechnisch schnell negativ auswirken könnte...
Dies wäre auch fast meine einzige Kritik, außer dieses "Kennzeichen-Blinkerleitwerk"
welches nach meinem Geschmack wahrscheinlich etwas modifiziert werden würde.
Die Bremsen möchte ich als Anker bezeichnen, es handelt sich hier um folgende Komponenten die wohl in ihrem Werten für sich selbst sprechen :
Serie Stahlflexbremsleitung ( ! ) :
Bremse vorne : Zwei Scheiben, ∅ 320 mm, radiale Vierkolben-Zangen
Bremse hinten: Scheibe, ∅ 240 mm, Einkolben-Zange
Die Dorsoduro ist ein echtes Kurvenwunder, das Handling erinnert mich stark
an die RS 250 welche sich gutmütig und leicht mit dem 66° Lenkopfwinkel
durch die Kurven tänzeln lässt.
Die hochwertigen Fahrwerkskomponenten ergeben sich aus einer
Showa-Upside-down-Gabel, ∅ 43 mm, voll einstellbar in Federvorspannung, Zug-/Druckstufen-Dämpfung
sowie an der Hinterradschwinge mit
dezentralen Monofederbein mit Federvorspannung und Dämpfer-Zugstufe welches immer
ein gutes Feedback der Fahrsituation vermittelt.
Zusammenfassend kann ich meinen Eindruck mit der Dorsoduro mit einfachen Worten :
Mit der Maschine war ich schon nach 10 Minuten wie aus einem Guss.
Man bekommt ein sehr gutes Feedback vom Motor und Fahrwerk und hat
( vll auch nur Subjektiv ) jederzeit Kontrolle über das Fahrzeug...
Es war ja schließlich eine Leihmaschine, welche ich nicht an die Grenzen führen wollte.
Die Dorsoduro hat 3 Fahrprogramme... ich hab nur auf Sport gestellt und gestestet,
von daher hab ich keine Ahnung was die anderen Programme noch drauf haben...
Ich glaube, es gab noch Touren und Regen... aber beides hat mich nicht angesprochen

Gerne hätte ich dieses Motorrad länger Probegefahren, jedoch war die Leihzeit leider
etwas kurz, aber es hat gereicht um mich anzufixen...
Ab sofort sind 92 PS für mich ein ganz klares "braucht man auf jeden Fall"
wenn jemand das Wort Supermoto in den Mund nimmt...
Um es in kurze Worte zu fassen...
Aprilia hat ein Motorrad wie ich es mir selbst malen würde mit dem Namen
"Dorsoduro" manifestiert

Jetzt weis ich auf was ich sparen möchte, den bei einem Preis von 8599 Euro
ist dies noch dazu ein wahres Schnäppchen,
wenn ich mal so zur Ducati Hypermotard ( ca. 11500,- ) oder
KTM Supemoto 990 ( ca. 12000,- ) rüberschaue...
Bisher habe ich noch keine Probefahren können, aber das muss ich jetzt auch nicht mehr.
Dorsoduro von dieser Seite :
Aprilia.de | Modelle: SMV 750 Dorsoduro
Aprilia.com
Gruss Bonetec