Alt 24.10.2017, 00:21   #1 (permalink)
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Hallo liebes Forum!

Zuerst mal eine kurze Vorstellung: Ich bin Rob, wohne im Pott und in der Eifel und fahre Falco und (wenn sie denn mal läuft) RSV Mille.
Vorweg schonmal ganz vielen Dank von mir als stummer Mitleser - absolut fantastisches Forum; ihr habt mir schon sehr viel geholfen!

Ich hab ein Problem. Ich hab mir vor ein paar Monaten eine Mille gekauft, die einen Riss im Motorgehäuse hatte (Ersatzmotor mit Pleuellagerschaden war dabei). Ich hab jetzt über die letzten Monate den Motor auseinander genommen und beide Gehäusehälften getauscht. Jetzt hab ich alles wieder zusammengebaut und stehe nun vor dem Problem, dass die Kiste nur auf dem vorderen Zylinder läuft. Ich habe den Motor natürlich vorher von Hand durchgedreht um sicherzustellen, dass ich nicht ausversehen die Steuerzeiten gehimmelt hab und mich auf Ventilsalat freuen darf. Wie gesagt: Maschine läuft. Wenn Sie allerdings eine Minute oder so läuft, pufft sie aus dem Auspuff und hat auch einmal einen ordentlichen Knall abgelassen (logisch; hinterer Zylinder schmeißt ja den Sprit unverbrannt in den Auspuff).

Was ich bisher gecheckt habe:
Zündfunke ist an beiden Kerzen da. Hab auch mal neue eingebaut - keine Verbesserung. Kerzen sind feucht -> Sprit kommt auch an.
Habe auch mal beim laufenlassen ins Drosselklappengehäuse geguckt, um auszuschließen, dass eine Einspritzdüse dicht ist. Zerstäuben aber beide super.
Ergo: Sprit ist da; Zündfunke ist da. Was kann es sein?

Für mich ist das ne Frage nach dem Zündzeitpunkt. Der wird doch über den Kurbelwellensensor unterm Lima-Stator bestimmt, oder?

Es kann natürlich sein, dass ich ausversehen etwas an den Steuerzeiten geändert habe. In dem Fall (auch weil kein Zylinderkopf-Kernschrott vorliegt) sollte sie aber zumindest irgendwie mal zünden (habe vor kurzem eine SRAD von nem Kumpel um einen Zahn verstellt laufen sehen/hören - klar, ist en anderer Motor, aber dennoch) und dann halt wie ein Sack Nüsse laufen. Aber sie läuft sauber und lässt sich auch verhältnismäßig locker höher drehen (habe nicht das Gefühl, dass sie es nicht bis in den Begrenzer schaffen würde, wenn mans drauf anlegen würde). Halte ich also eher für unwahrscheinlich.

So, das war jetzt erstmal eine Menge Text - wäre sehr sehr dankbar für Meinungen!

LG
Rob
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Ungelesen 24.10.2017, 00:21   #1 (permalink)
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Alt 24.10.2017, 01:09   #2 (permalink)
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Es gäbe da noch einige mögliche Fehlerquellen:
- sehr schlechte CO Einstellung, viel zu fett oder zu mager
- Kerzen defekt (Funke sichtbar aber zu schwach)
- Anschlüsse der Zündspulen und/oder Kerzen vertauscht oder ab
- Zündspule defekt
- Steuerzeiten falsch
Falco1000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.10.2017, 01:29   #3 (permalink)
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Ah zur Co-Einstellung: Die Mille lief vorher mit dem Riss wunderbar auf beiden Zylindern, hat eben nur Öl rausgepresst. Und auch so sollte dann ja zumindest ab den Drehzahlen, wo das Eprom übernimmt (hab bis 6000 gedreht, was locker reicht), der hintere Zylinder einsteigen, was er nicht tut.

Zündkerzen hab ich untereinander und gegen neue getauscht, immer gleiches Ergebnis. Der Funke ist auch wirklich ordentlich.

Anschlüsse vertauscht (vorne/hinten) ist von den Kabellängen her schon nicht möglich; habe vorher aber auch Fotos gemacht (dummerweise von der anderen Seite) und es entsprechend derer angeschlossen. Oben und unten habe ich allerdings noch nicht vertauscht. Bei mir stecken (es geht ja um die in Fahrtrichtung linke Motorradseite) die Grünen Kabel oben auf den Spulen. Wenn jemand seine gerade auseinander hat, könnte derjenige mal kurz nachschauen, wierum die Kabel bei ihm angeschlossen sind?

Zündspule defekt halte ich für unwahrscheinlich - zumal ja ein ordentlicher Funke da ist.

Steuerzeiten - ist halt die Frage, ob das sein kann, da sie ja sauber durchdreht. Kann man die Steuerzeiten überhaupt um 360° versetzen (Zündung kurz hinter UT hinten?) oder zündet die Kiste wie viele 4-Zylinder 2 mal (also kurz nach UT und kurz nach OT? [Macht man beim 4 Zylinder zum einparen von Zündspulen.. hier würde es eigentlich keinen Sinn machen]). Ich habe mich beim Zusammenbau auch peinlichst genau ans WHB gehalten.. es sollte mich wirklich wundern, wenn da was nicht stimmt..
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Alt 24.10.2017, 01:51   #4 (permalink)
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Hi,
check die Steuerzeiten nochmal. Hört sich nach 360° versetzten Steuerzeiten auf einem Zylinder an.
Ausgehend vom OT des hinteren Zylinders: Mit Kabelbinder durch Zündkerzenloch OT kontrollieren. Mit Motorblockierschraube KW im OT fixieren. Dann Einlassmarkierung "IN--" auf "--EX" Auslassnockenwelle stellen, wie im Motorhandbuch beschrieben. Die Nocken zeigen dabei beide nach oben außen.
Motor 1 Umdr. + 60° = 420° gegen den Uhrzeigersinn (von der linken Zündungsseite aus gesehen) bis zum OT des vorderen Zylinders drehen. OT kontrollieren und Blockierschraube eindrehen. Dort ebenfalls "IN--" auf "--EX" stellen.
Wenn ich mich noch richtig erinnere...

Gruß Felix

Geändert von felix (24.10.2017 um 01:55 Uhr).
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Alt 24.10.2017, 11:48   #5 (permalink)
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Hi felix,

danke schonmal! Das könnte tatsächlich der Fehler sein. Ich bin mir nämlich nicht mehr sicher, ob ich, nachdem ich den hinteren Zylinder in OT Stellung eingebaut hatte einmal 360° (+60°) weiter gedreht habe um den vorderen Zylinder in OT einzubauen. Ich meine, ich hätte bloß um 60° weitergedreht.

Im Umkehrschluss heißt das aber, dass ich den hinteren Zylinder auf OT stellen kann (kontrollieren mit Kabelbinder), mir dann Markierungen aufs Polrad gegen das Gehäuse mache (zwecks genauer 360°), dann die 360° weiterstelle (gegen den Uhrzeigersinn), die Nockenwellen dann nochmal laut WHB (wie du schon beschrieben hast) einstelle und dann testweise von Hand durchdrehe, richtig? Ich würd halt gern vermeiden, den vorderen Ventildeckel im eingebauten Zustand abnehmen zu müssen.. das wirkt nahezu unmöglich, wenn ich mir das so ansehe
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Alt 24.10.2017, 13:20   #6 (permalink)
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Hi,
wenn Du vom Zünd-OT des vorderen Zylinders ausgehst (Einlass-/Auslassventile geschlossen, wobei man die geschlossenen Einlassventile gut durch die Ansaugöffnung erkennen kann) musst Du nur 300° (360°-60°) gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis der hintere im Zünd-OT steht (beide Nockenwellen nach oben außen).
Die Kurbelwelle hat OT Einkerbungen in der rechten Kurbelwange. Da kannst Du eine Blockierschraube (M8 x ~100mm vorne bißchen V-förmig angespitzt) vom rechten Motorseitendeckel aus reindrehen. Wenn Du die M6 Inbus Befestigungsschrauben am unteren Rand des re Motordeckels von vorne verfolgst, kommen dickere M8 Inbus. Die erste M8 von vorne hat eine kleine Kupferdichtscheibe drunter. Die rausdrehen und da die Blockierschraube rein. Mit ein bißchen "fühlen" und Kurbelwelle hin- und herbewegen findest Du die OT Kerbe. Schraube nur handfest eindrehen! Einstellungen machen und ganz wichtig: Anschließend die Blockierschraube wieder entfernen nicht vergessen!
Schau am besten noch mal ins Motorhandbuch, dann findest Du die Schraube auch.
Ich mache das immer lieber unter Sicht mit beiden Deckeln ab, da gibt es kein vertuen.

Gruß Felix
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Alt 24.10.2017, 14:20   #7 (permalink)
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Du kannst kurz und schnell überprüfen, ob die Steuerzeiten zumindestens grob passen.
Ventildeckel abmachen,1 Kerze rauschrauben, Stecker dran und gegen Masse legen. Dann den Motor mit eingeschalteter Zündung durchdrehen. Liegen Zündzeitpunkt (Funken an der Kerze) und öffnen der Einlaßventile sehr nah beeinander (selbe Ot Punkt) dann ist die Steuerung um 180° (bzw. Kurbeltrieb 360°) verdreht.

Ich würde dann, auch wenn es soweit gut aussieht, die Steuerung nochmal genauer überprüfen. Der obige Test ist nur sehr grob, gibt aber schon mal Anhaltspunkte.

Die Anschlusskabel von den Zündspulen hinten sind grün/grau (+ für beide) und einmal hellblau/weiß (Masse von ECU), sowie hellblau/gelb (Masse von ECU).
Hellblau/weiß müßte an die Zündspule der vorderen Kerze.
Wo + und wo Masse an der Spule angeklemmt wird, sollte eigentlich egal sein
Falco1000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2017, 14:02   #8 (permalink)
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Leute, vielen vielen Dank für die schnelle Hilfe!

Die Mille schnurrt wie ein Uhrwerk. Es waren tatsächlich die hinteren Steuerzeiten, die um 360° verdreht waren.

Für Leute, die diesen Thread später mal lesen sollten:
Bei mir waren die oben beschriebenen +60° ja vorher bereits korrekt eingestellt (d.h. die Abstände der Zündungen der beiden Zylinder waren von der Position her okay, allerdings hat der hintere Zylinder eine Umdrehung zu früh/spät gezündet. Ein "Arbeitsdurchgang" (Einsaugen, Verdichten, Zünden, Auslassen) dauert beim 4-Takter ja 720° - also zwei Umdrehungen.
Ich habs für mich so gelöst, dass ich den hinteren Zylinder auf OT gestellt habe, mir dann Markierungen aufs Polrad (nicht aufs Zahnrad vom Anlasserfreilauf) gegen das Gehäuse gemacht habe, damit ich die 360° treffe. Dann habe ich die Steuerkette von den Nockenwellen genommen (deren Position stand ja für den richtigen Zündzeitpunkt schon richtig), den Motor 360° weitergedreht, die Steuerkette wieder auf die Nockenwellen (Position Nockenwellen wie vorher - also wie im WHB beschrieben) gehängt, alles korrekt festgezogen und einmal testweise 720° durchgedreht. Zusammengebaut und gestartet -> lief sofort super.

Kurzform: Lasst euch nicht von den +60° Grad verwirren, wenn ihr die Nockenwellenpositionen der jeweiligen Zylinder nach Position im Buch im jeweiligen OT des jeweiligen Zylinders eingestellt habt. Dann habt ihr die 60° schon. Fehlen nur noch die 360°

Geändert von DrumRobson (25.10.2017 um 14:04 Uhr). Grund: Zündzeitpunkt triffts eigentlich nicht
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