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Alt 06.01.2014, 17:25   #1 (permalink)
Überholer
 
Benutzerbild von Neckarpeg
 
Registriert seit: 10.05.2012
Beiträge: 123
Motorrad: Pegaso 650 Garda (ML,BJ.2000). Vespa PK50S (BJ 84).
Reden Pegaso vs. F800GS

Hallo zusammen,

in diesem Thread Nachfolgerin für Pegaso ging es um die Frage von Cornelius der auf der Suche einer Nachfolgerin für die Pegaso ist.
Da ich seinen Thread nicht zerlabern möchte mach ich nun ein neues Thema auf.

Die Überschrift ist schonmal falsch. Man kann eine Pegaso nicht mit einer BMW vergleichen. Grundverschiedene Motoren, Technik, Fahrwerke.

Trotzdem versuche ich jetzt mal so zu schreiben ohne die Pegaso schlecht dastehen zu lassen.

Dazu muss man sagen, der Kauf war ein reines Bauchgefühl. Vom Händler und Probefahrt nicht möglich, da draussen unter 12° und seine Versicherung ab da nicht mehr für die Rote Nummer aufkommt. Immerhin durfte ich den Motor Probe hören - was solls. Also ganz oder gar nicht - gekauft.

Ich war jetzt erst 100km mit der BMW F800GS unterwegs, die ich mir direkt nach Weihnachten gebraucht gekauft habe.
Heute ist Feiertag in Ba-Wü und schönes Wetter - bestes Wetter eben um das Fahrjahr 2014 einzuläuten.

Die Alte:
Pegaso ML Garda
BJ 2000, gekauft mit 15.500km, verkauft mit 23.000km, zwei Saisons später.

Die Neue:
BMW F 800GS
BJ. 2010, 17.777 km
Reifen Heidenau K60 M+S

Der Tim:

1,85m, 80kg.

Als erstes bin ich mit ihr zu meiner Übungsstrasse gefahren um sie mal richtig kennenzulernen. Das hab ich mit der Pegaso auch immer wieder mal zwischendrin gemacht. Wie in der Fahrschule, Slalom im Schritttempo, Ausweichmanöver, Kreisfahren, Kreise bis Lenkanschlag, Vollbremsungen aus verschiedenen Geschwindigkeiten, mal mit, mal ohne ABS.
Körperkontrolle, Bauch weich, nicht mit den Zähnen bremsen, Arme locker...
Erst als ich mich einigermaßen an sie gewöhnt hatte und nicht mehr steif
auf sondern im Motorrad drin sass, gings richtig auf die Strasse.

Gleichmal an meine Feierabendrunde von letztem Jahr gemacht und es natürlich gemächlich angehen lassen. Die Strassen sind hier salzfrei und eine Mischung aus trocken und diesem winterlichen feucht-schmierig gewesen.
Bei einer Temperatur von 8°C und den Heizgriffen war der (falsche) gewohnte Griff ins Regal und die Liebelings-Sommerhandschuhe schnell vergessen.

Wie sitzt sie sich:
Wie schon bei der Pegaso entspannend aufrecht. Die Füsse kommen bei mir im Stand beide auf den Boden.
Was BMW nicht kann: Sitzbank bauen.
Bei der Pegaso sass ich einmal 600km am Stück (abzgl. Flüssigkeitswechsel Kaffee, Sprit etc. p.p.). Das war mit der Bank kein Problem.
Die Bank der 800GS fühlt sich nicht gut unter der Hose an. Da werde ich mal verschiedene Banken durchtesten, aber die Standardbank wirds nicht bleiben.

Umgewöhnung hier:
Die Fussrastenposition. Beim Abstellen der Füsse auf die Strasse sind die Rasten bei der Pegaso besser, da wie ich glaube ein Tick weiter vorne. Bei der BMW muss ich mich an die Position gewöhnen, da die runtergestellten Beine genau neben den Rasten ankommen.
Ich werde die Standardrasten gegen Tiefere testen, denn auch der Beinwinkel ist nicht ganz das, was ich mir wünsche. Er ist gut, aber ich glaube das lässt sich noch optimieren.
Hinter der linken Raste sitzt ein Abhalteelement, dass verhindern soll, dass die Sohle und der Krümmer eine thermische irreversible Verformung des Sohlengummis vollziehen. Das Ding nervt. Ich muss mich hier wirklich dran gewöhnen, dass die linke Hacke etwas nach aussen gedreht stehen muss.
Die Pegaso hatte engeren Körperkontakt erlaubt.

Das Fahrwerk:
Welche Stadt eignet sich besser um eine Federung so richtig herauszufordern als Tübingen mit seinen unendlich vielen Variationen an Schlaglochstrassen und Holperwegen. Hey, wir haben zwar einen Bürgermeister aber Strassen...ohhauerha... aber Fußgänger brauchen keine Strassen und Fahrradfahrer stört das nicht...lassen wir das Thema...

Die vordere Gabel steckt alles weg und schluckt wirklich viel, da hab ich mit der Pegaso eher mal ein Hoppeln festgestellt, weil sie nicht hinterherkam.

Bremsen:
Na gut, schwierig. Die BMW hat ABS, die Pegaso nicht.
Was ich bei beiden gerne mache, ist die Vorderradbremse kurz (0,1 s.) anzureissen um die Rückmeldung des Vorderreifens und des Strassenbelags zu testen. Da geht auch mit ABS. Ansonsten kann ich zum Bremsvergleich nicht viel sagen, ich bin der Meinung, dass die BMW kürzer bremst als die Pegaso.

Motor:
Der Zweizylinder endet in einem (Serien-)Topf, der einen wirklich schicken Sound freigibt. Das grinsen sitzt mir immer noch im Gesicht, obwohl ich schon seit einer Stunde wieder daheim bin.
Er ist wesentlich schaltfauler, klar bei der Leistung schneller auf Geschwindigkeit und ruhig.
Die Pegaso war doch schon über 100 km/h laut. Bei 120 fand ich sie nicht angenehm.
Das ist bei der BMW wirklich schöner, zumal man schneller bei 120 ist und es nicht bemerkt. Die Windgeräusche sind gering, ich fahre auf der BMW die kurze Standardscheibe und will bisher keine Höhere, denn man kann sich bei 120 wunderbar ins Windkissen legen und völlig anstrengungsfrei dahinfahren.
Bei der Pegaso hatte ich immer nervige Verwirbelungen, egal ob niedrige oder hohe Scheibe. Auch ein Helmwechsel (von HRJ auf Schuberth) brachte wenig Änderungen.
Die Schultern werden angenehm angeströhmt, der Helm ist frei von Verwirbelungen und ich brauche keine Stöpsel in den Ohren.
Sehr, sehr angenehm.

Handlichkeit:
Der Lenkeinschlag ist bei der BMW größer und ich meine auf der Schwerpunkt liegt tiefer bei ihr. Sie lässt sich trotz mehr Gewicht und Höhe besser von Hand in der Garage rangieren als die Pegaso. Ohne übertreiben zu wollen, aber es fühlte sich fast an wie ein Fahrrad.
Übrigens auch eine nette Übung: einmal um das Moped laufen und es dabei die ganze Zeit aufrecht mit der Hand halten.

Schaltung:
Präziser als ich es von der Pegaso kannte. Gut, mag auch am neueren Baujahr liegen und möglicherweise hat sich da auch was getan. Aber bei der Pegaso hatte ich manchmal das Problem den Leerlauf zu finden.
Was die Pegaso besser kann: Kuppeln. Die Kupplung bei der BMW braucht mehr Kraft in den Hand - mein ich zumindest.
Kann aber auch sein, dass ich es schlicht verlernt habe, denn das letzte Mal sass ich Ende November (?) auf dem Bock.

Fazit:
Die BMW könnte brachiale Gewalt freisetzen, wenn man sie fördert, hat sich aber zu keinem Zeitpunkt unkontrollierbar oder unruhig dargestellt. Die Leistung kann in alller Ruhe nach Bedarf und sehr gut kontrollierbar abgerufen werden.
Jeder Drehzahlbereich fühlte sich gut an. Die Pegaso mochte es da ja schon eher im höheren Bereich um noch Leistung zu zeigen und wurde laut.

Letztlich ist es völlig wurscht was auf dem Tank (hier Tankattrappe) steht, ob das BMW oder Triumph oder sonstwas ist.
Wohlfühlen und das für sich richtige Motorrad kann nur der Reiter selbst entscheiden.
Auch sind 100km keine Distanz um ein Urteil abzugeben, eher nur der erste Eindruck - aber der hat gesessen.
Beherrschen tue ich die BMW definitiv noch nicht. Dazu braucht es noch mehr Übungseinheiten und KM unter den Reifen.

Ich hoffe ich konnte damit also einen ersten Einblick geben und stelle fest:

Beide Maschinen bringen mir einfach mächtig Spass und darunter hat jeder Motorradfahrer seine eigene Vorstellung und das ist gut so.

Grüße
Tim
Neckarpeg ist offline   Mit Zitat antworten
Ungelesen 06.01.2014, 17:25   #1 (permalink)
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Alt 06.01.2014, 19:04   #2 (permalink)
Überholer
 
Benutzerbild von fossi
 
Registriert seit: 21.10.2012
Ort: Siegen
Beiträge: 149
Motorrad: Pegaso 650 MX Yamaha MT-01
Standard

Hi Tim,
Ich denke, man kann die beiden Typen nicht wirklich vergleichen. Die alte Aprilia mit der Technik der 90er und dann die BMW mit allen Features des modernen Motorradbaus. Da können doch so prophane Dinge wie eine Sitzbank nicht unbequem sein? Man sieht, es gibt Dinge, die kann man nicht verbessern. Der Motor der BMW hat schon einige Entwicklungsstufen hinter sich. Das Ergebnis ist ein lebhafter und Sprit sparender Alleskönner mit mächtig Wumms BMW schafft es irgendwie immer, nahe an den Wünschen der breiten Masse zu liegen. Selbst mit der grotten häßlichen R1200 GS. Nicht schön, aber sehr gut
Vielen Dank für den ersten Bericht. Viel Spaß mit dem tollen Moped und eine unfallfreie Saison.
Neidische Grüße
Volker
fossi ist offline   Mit Zitat antworten
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