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Alt 21.10.2012, 21:10   #1 (permalink)
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Standard Kaufberatung RS125

Hier liest man immer wieder Dinge wie: „ich habe mir vor x Monaten eine RS gekauft, und musste jetzt feststellen, dass...“ oder „...jetzt hat mir der TÜV Heini erzählt dass meine Bremsscheibe runter ist, eine neue kostet 300€ und das hab ich leider nicht weil alles für den RS-kauf draufgegangen ist...“
Ich wollte hier mal eine ausführliche Kaufberatung zur Verfügung stellen mit der hoffentlich in Zukunft Fehlkäufe und böse Überraschungen verhindert werden.
Die Tips hier basieren alle auf den Infos die ich in den FAQ Grundlagen Alles, was man über die RS125 mindestens wissen sollte beschreibe.
Ich gebe oft ca. Angaben für Materialpreis und Aufwand, Wenn man nicht selber schraubt kann man für die Stunden je 70-100€ ansetzen. Ist allerdings alles nur grob Geschätzt, nagelt mich also bitte nicht drauf fest.

Für die Tests vor Ort zum Besichtigungstermin sollte man einen kleinen Spiegel, eine Taschenlampe, einen Kleinen Schraubendreher einen Lappen und evtl Handschuhe mitnehmen.

Geändert von Mooserider (03.06.2017 um 11:07 Uhr).
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Ungelesen 21.10.2012, 21:10   #1 (permalink)
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Alt 21.10.2012, 21:10   #2 (permalink)
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Motorrad: RS125MP, CBR1100XX
Standard Vor dem Kauf

Auf einen Motorradkauf sollte man sich gut vorbereiten. Die erste Frage ist natürlich welches Mopped man kaufen möchte. Wenn Ihr das hier lest habt Ihr euch wahrscheinlich schon für die RS125 entschieden. Hier aber trotzdem der Hinweis: wenn Ihr was zuverlässiges für hohe Jahreskilometerleistungen braucht ist die RS nicht die beste Wahl (alle 4000km stehen Wartungsarbeiten an). Wenn man aber was für den Spaß an der Freude sucht ist die RS ein Volltreffer. Jedes Modell ist etwas anders, deshalb informiert euch vorher welches Modell das richtige für euch ist. Informiert euch auch über die speziellen Eigenheiten dieses Modells (ein Anfang in der Motoren- und Modellübersicht RS 125).
Wenn ihr technisch noch dazulernen müsst, oder euren Führerschein noch nicht habt, dann nehmt unbedingt jemanden mit der genug Sachverstand hat um das Motorrad technisch zu bewerten und Probe zu fahren.
Die Probefahrt ist sehr wichtig, weil nur dadurch Motor und Bremsanlage bewertet werden können. Fragt also vorher nach ob eine Probefahrt überhaupt möglich ist (zugelassen, fahrbereit...?). Insbesondere wenn die Maschine jahrelang gestanden hat sollte man die nicht einfach so anlassen und losfahren. Solche Moppeds kauft man als „defekt“ mit fettem Preisnachlass.
Vor dem Kauf sollte man sich aus den gleichen Gründen auch Gedanken machen wie man das Mopped nach Haus bekommt. Ein Abgemeldetes Motorrad darf mit altem Nummernschild und Versicherungsnachweis (ex. Doppelkarte) sogar bis in den nächsten Kennzeichenbereich überführt werden (ohne Anmeldung). Ansonsten hilf nur ein Anhänger oder Bulli. Wenns angemeldet ist geht’s natürlich am einfachsten.

Geändert von Mooserider (20.08.2017 um 11:23 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:12   #3 (permalink)
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Standard Kaufpreis

Als Grundpreis kann man für eine technisch makellose RS ab 6 Jahren alter mit entsprechender Optik 2000€ annehmen. Das gilt auch für eine 12 Jahre alte GS wenn sie denn makellos ist (später mehr dazu)!! Für Neuere Modelle kann man ca. 200€ pro Jahr draufschlagen.
Dieser Grundpreis erhöht sich natürlich bei besonderer Optik (neu Lackiert) oder zum Beispiel Anbauteile und verringert sich durch schlechte Optik, Unfallschäden und technischen Mängeln.
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Alt 21.10.2012, 21:12   #4 (permalink)
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Standard Das Fahrwerk

Gabelöl und Simmerringe sollten alle 13000km gewechselt werden (50€, 2h). Spätestens nach 20000km ist die Dämpfung vorne weg und man muss dringend wechseln. Am besten vor dem Kauf fragen wie lange der letzte Wechsel her ist. Das Federbein hinten hält ca. 10-20000km und muss dann getauscht werden (300€ 1h).
Viele Fahrer wissen gar nicht, dass ihr Fahrwerk nix mehr taugt weil die sich langsam dran gewöhnt haben. Lasst euch also nicht belabern: wenn die Tests zeigen dass das Fahrwerk kaputt ist, dann ist das so.
Tests vor Ort:
  • Fragen nach letzten Wartungsarbeiten am Fahrwerk.
  • Aufsteigen und sich langsam hinsetzen. Quietscht das Federbein, ist es kaputt oder zumindest ganz kurz davor. Das Federbein lässt noch testen indem man (bei eingeklappten Ständer) hochspringt und sich voll auf den Sitz fallen lässt. Das Heck taucht bei funktionierendem Dämpfer genau einmal ein und wieder aus. Wenn es ein zweites mal eintaucht muss das Federbein raus [Federbein kaputt: Abzug ca. 200€].
  • Das Schwingenspiel prüft man indem man das Mopped über den ausgeklappten Seitenständer neigt so dass das Hinterrad in der Luft hängt. Dann greift man in die Felge und hebt das Rad an. Wenn dort minimales Spiel spürbar ist müssen schleunigst die Umlenkungs- und Zugstregenlager neu gefettet werden. Ist dort mehr als 2mm Spiel müssen die Schwingen- und/oder Umlenklager neu [Abzug 100€]
  • Ähnlicher Test für die Gabel. Handbremse ziehen und sich mit dem Oberkörper mit Wucht in Richtung Lenker werfen und dann voller Stop mit beiden Armen (also Arme „versteifen“ bevor man mit dem Kopf auf den Lenker schlägt). Auch hier darf sie nur einmal ein und wieder ausfedern. Nach dem Test die Standrohre (also die Blankpolierten Gabelenden) ansehen ob Gabelöl drauf ist. Wenn die Simmerringe dicht sind ist der Ölfilm kaum zu merken. Wenn man aber mit dem Finger drüberstreicht, und eine deutliche Spur im Öl hinterlässt sind die Simmerringe sogut wie tot, und es ist wahrscheinlich schon nicht mehr genug Öl in den Gabeln. Wenn die Gabel top in Schuß ist, hört man beim Ausfedern sogar ein Zischen. [Gabeln defekt: Abzug 80€]
  • Weil die RS keinen Hauptständer hat, braucht man zum prüfen des Lenkkopflagers eine stabile Plastiktüte in die man etwas Öl schmiert (evtl. geht auch Schmierseife, ist besser zu entsorgen). Tüte flach auf den Boden, aufsitzen und das Mopped mit dem Vorderrad vorsichtig auf die Tüte stellen. Jetzt hat das Vorderrad fast keine Reibung mehr zum Untergrund. Lenker auf geradeaus ausrichten und mit nur 2 Fingern ganz außen am Lenkerende langsam(ca. 5mm/Sec.) erst ca. 5cm in eine Richtung lenken, und dann in die andere. Dass muss sauber fließend und ohne irgendwelche Widerstandsunterschiede oder hakeln laufen. Wenn nicht ist das Lenkkopflager zumindest angeschlagen und macht nicht mehr lange. Wenn der Lenker an einer Position regelrecht einrastet, dann ist das Lager totalschrott, und damit würde man auch nicht mehr durch den TÜV kommen. [Lenkkopflager kaputt: Abzug 60€]
  • Wenn man keine Tüte mit Öl dabei hat kann man auch den Bock auf den Seitenständer nehmen, mit der Bobbes auf den Sitz und über den Lenker nach hinten ziehen. Also Gewicht auf den Seitenständer verlagern bis das Vorderrad frei in der Luft hängt. Nun den Lenker wie gehabt langsam nach re. und li. bewegen. Sollte es Ruckartig gehen oder mahlenden Geräusche zu Hören sein ist das LKL meist defekt.
  • Kettenführung ansehen. Wenn an einer Stelle schon sie Schwinge durchlugt musst du die auch bald mal tauschen. Wenn die Schwinge schon ein klein wenig angefressen ist geht das auch noch, aber bei langen riefen sollte man die Schwinge tauschen (200€ gebraucht, 4h)
  • Ist ein besonderes Fahrwerk verbaut fragt nach dem Fahrergewicht. Weicht das mehr als 15kg vom Käufergewicht ab rechnet den kauf neuer Federn mit ein (hinten ca40€, vorne ca30€)
  • Den Lenker einmal rechts und links bis zum Anschlag einlenken, dabei muss der Abstand der Lenkerenden zum Tank auf beiden Seiten gleich sein. Wenn der unterschiedlich ist könnte ein Lenker verbogen sein [abzug 100€], oder der Gabelanschlag ist kaputt [abzug 400€].

Geändert von Mooserider (20.08.2017 um 11:51 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:13   #5 (permalink)
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Motorrad: RS125MP, CBR1100XX
Standard Bremsen

Verschleißgrenze für die Bremsbeläge ist 1,5mm. Die Scheiben haben meist vorn eine Mindestdicke von 3,6mm (hinten 3,5mm. Der Mindestwert sollte aber auf der Scheibe eingestanzt sein) und sind neu 4mm-5mm dick (Je nach Anbieter und Ausführung.). Die vordere Scheibe verschleißt ca. 5000km pro 0,1mm Verschleiß (240€,1h). Die hintere Scheibe hält ziemlich genau doppelt so lang (150h,1h). Bremsflüssigkeit (DOT5) sollte jedes Jahr gewechselt oder zumindest geprüft werden (20€,0,5h). Bis Modell PY waren Gummibremsschläuche Standard, und die müssen alle 4Jahre neu. Auf den Originalleitungen ist das Herstellungsjahr aufgedruckt. Sind Stahlflexleitungen verbaut sollte man drauf achten dass die auch eine ABE haben.
Tests vor Ort:
  • Bevor man eine Probefahrt startet wirft man einen Blick auf die Bremsklötze indem man an der Scheibe vorbeilinst. Mann sollte mindesten 2mm Belagstärke sehen.
  • Als nächstes sollte man mit einem Meßschieber die Scheibendicke vorn und hinten prüfen. [Abzug für verschlissene Scheiben (≤3,6mm bzw. was auf der Scheibe steht): vorn 200€; hinten 100€]
  • Dann sieht man sich den Stand und die Farbe der Bremsflüssigkeit in beiden Ausgleichsbehältern an. Sollte voll genug sein und nicht dunkler als Waldhonig. Am besten fragt man nach wann das letzte mal gewechselt wurde. [Abzug für schlechte Bremsflüssigkeit: 20€]
  • Während der Fahrt die Handbremse und danach auch die Fußbremse leicht betätigen und auf Bremsenruckeln achten. Ruckelt die Bremse muss die entsprechende Scheibe neu.
  • Ist die Bremsleitung aus Gummi und älter als 4 Jahre muss die erneuert werden [50€, 0,5h pro Leitung]

Geändert von Mooserider (02.04.2013 um 08:22 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:14   #6 (permalink)
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Motorrad: RS125MP, CBR1100XX
Standard Motor

Es gibt 2 unterschiedliche Motoren für die RS125. Beide von Rotax: 123 und 122. Nichtsdestotrotz, die Motoren unterscheiden sich nur in der Wartungsfreundlichkeit. Haltbarkeit, Leistung usw. ist vom Motor her gleich, die Leistungsunterschiede laut Papieren liegen dann am Vergaser, Krümmer, Kat und irgendwelchen Abgasnormen. Es gibt aber (insbesondere beim Rotax 123) auch Zylinder die nur eine bestimmte Maximalleistung hergeben (Zylindertypen Aprilia RS 125 und Konsorten) Der Rotax 122 ist der modernere Motor mit einfacherem Aufbau, und man findet mehr gebrauchte Ersatzteile weil mehr davon gebaut wurden.


Kupplung:
Zum Kupplung einstellen gibt es einen speziellen Schraubenschlüssel der in fast jedem Boardwerkzeug drin ist (beim Kauf prüfen!). Das Werkzeug gibt’s aber auch für wenig Geld (5€) beim Freundlichen, und jeder RS Fahrer sollte es haben.


Auspuff, Krümmer Ansaugtrakt:
Der Ansaugstutzen (das Teil zwischen Vergaser unf Zylinder) ist aus Gummi, wird beim altern porös und kann sogar reißen (180€, 0,5h). Ab 8 Jahren alter ist damit zu rechnen, dass der so porös ist, dass er Falschluft zieht, und dadurch das Gemisch gefährlich abmagert.


Auslassteuerung(ALS/RAVE)
Von der ALS (von Rotax auch RAVE genannt) ist im Grunde nur der Schieber selbst Störungsanfällig. Die Steuerbox und der Elektromagnet machen nur selten Probleme. Man kann auch einen Blindschieber einsetzen (ist bei einigen 11KW Modellen ab Werk so gemacht um den Magnetschalter einzusparen). Wenn ihr nach dem Kauf entdrosseln wollt solltet Ihr also nachsehen ob eine ALS oder ein Blindschieber verbaut ist.


Drosselung:
Wenn eine Drosselung eingetragen ist, prüft ob alle Drosselteile auch verbaut sind, und wenn nein, ob zumindest alle Teile der Drossel vorhanden sind (ist sonst oft schwer wieder korrekt zu drosseln).
GANZ WICHTIG BEIM KAUF: Für Importmodelle gibt es wenig bis keine Drosselgutachten. Wenn Ihr plant nach dem Kauf zu drosseln oder zu entdrosseln prüft vorher ob es Gutachten gibt (z.B. hier in Gutachten für TÜV, Zulassung, etc., oder nofalls mit Fahrgestellnummer bei Aprilia-Deutschland anrufen und fragen, die sind nett und geben schnell Auskunft). Wie Aufwändig z.B. eine Drosselung auf 11KW wird kann auch in die Kaufentscheidung einfließen, Infos hierzu gibts auch in der Motoren- und Modellübersicht RS 125.
Katalysatoren setzten sich bei gedrosselten Maschinen gerne zu weil sie nicht auf Betriebstemperatur kommen. Wenn die Maschine schon mehr als 6000km gedrosselt gefahren wurde kann so was vorkommen, also bei Modellen ab bj. 2003 am besten nachfragen wie lange schon gedrosselt ist.


Tests vor Ort:
  • Ansaugstutzen auf Porösität prüfen (mit einem Finger reindrücken ob der noch flexibel ist, und ob die Oberfläche schon leicht rissig wird). Wenns erlaubt wird, kurz mal mit WD40 o.ä. auf Falschluft testen (mehr dazu hier im Forum). [Abzug für porösen Ansaugstutzen: 150€]
  • Nach letztem Kolbenwechsel und nach Kolbenfabrikat fragen. [Abzug für mehr als 16000km ohne Wechsel: 150€]
  • Kupplungsspiel (Spiel heißt immer der kraftfreie Bewegungsspielraum. Für die Kupplung heißt das, der Kupplungshebel muss immer min. 1cm locker beweglich sein ohne dass die Kupplung überhaupt Kraft bekommt. ) außen am Hebelende sollte minimal 10mm und maximal 30mm betragen (wenn kein Spiel vorhanden ist, ist die Druckplatte evtl. schon beschädigt) [Abzug 80€]
  • starke Vibrationen beim Lauf? [Abzug: 90€]
  • Fragen bei nicht originalem Krümmer: Wurde der Vergaser angepasst
  • Fragen bei Katalysator Modellen: ist der Kat noch drin?
  • Im Stand bei laufendem Motor vom ersten Gang in Neutral schalten, sollte einfach und nicht fummelig sein (deutet auf falsches Öl oder schlecht eingestellte Kupplung hin.) [Abzug: 20€]
  • Ist die korrekte Zündkerze verbaut?
  • Ist der Getriebeölstand im Schauglas erkennbar (ist ohne Verkleidung entfernen teilweise schlecht sichtbar, mit einem kleinen Spiegel und einer Taschenlampe geht es auch)? Ist die Ölfarbe silbrig grau? [Abzug: 50€]
  • Ist eine ALS verbaut, oder ein Blindschieber? [Abzug bei Blindschieber: 80€]
  • Drosselung eingetragen, und wenn ja, auch alles original vorhanden?
  • Importmodell? (Wenn ja, kann evtl. nicht gedrosselt werden)

Geändert von Mooserider (20.08.2017 um 11:36 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:15   #7 (permalink)
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Motorrad: RS125MP, CBR1100XX
Standard Vergaser

Tests vor Ort:
  • Der Motor sollte absolut Kalt sein.
  • Anlassen: Benzinhahn auf, kurz warten, neutral rein, Choke an, ohne Gas zu geben auf den Anlasser drücken. Der Motor muss nach wenigen Drehungen starten.
  • Erstmal 5 Minuten unter 6000 Umdrehungen warmfahren.
  • bei warmgefahrenen Motor einmal die unteren 3 Gänge jeweils langsam komplett durchbeschleunigen (also nicht den Hahn voll aufreißen). Der Motor muss alle Drehzahlbereiche sauber und ohne Leistungslücken oder stottern durchlaufen. (Ausnahme: Das CDI Leistungsloch zwischen 5k und 6k U/min. Bei „offener CDI“)
  • Anfahren muss unter 3000 U/min möglich sein ohne die Kupplung lange schleifen zu lassen.
  • Im 4. oder 5. Gang auf möglichst ebener Strecke die folgenden Drehzahlen für kurze Zeit konstant halten, und dann das Gas leicht reduzieren: 3000, 6000, 9000, Vollgas. Der Motor muss sich bei jeder Drehzahl konstant einpendeln, und nicht unkontrolliert die Drehzahl steigern. Beim Gas wegnehmen muss man immer die Motorbremse merken. Wenn das in irgendeinem Drehzahlbereich nicht so ist, muss der Vergaser gereinigt oder neu abgestimmt werden (reinigen 0-10€, 1h, Abstimmen 0-80€, 2-16h). Wenn das in allen Bereichen so ist, wird wahrscheinlich irgendwo Falschluft gezogen. Wenn ein Gas wegnehmen bei Vollgas keine Motorbremse bringt, und sogar zu einer Beschleunigung führt, dann ist der Vollastbereich viel zu mager, und der Motor evtl schon geschädigt [Abzug: 300€ für neuen Kolben und Zylinder Honen]
  • Standgas sollte unter 1500 U/min betragen. Standgas wird gerne höher eingestellt, wenn der Vergaser untenrum schlecht abgestimmt ist.
  • Den Motor im stand kurz hochdrehen lassen (ca. 9000) und prüfen ob er gleichmäßig ohne Drehzahlhänger runter tourt (hänger deuten auf zu magere Betriebsbereiche hin)
  • nach der Probefahrt am Vergaser auf Leckagen achten [Abzug bei Leckage: 20€ für neue Dichtungen]
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Alt 21.10.2012, 21:18   #8 (permalink)
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Standard Kette

Eine Kette wird IMMER mit Spiel eingebaut (also nie Stramm spannen!!!). Das Kettenspiel ohne Fahrer steht bei der RS auf der Schwinge, im Handbuch und in den http://www.apriliaforum.de/faq-s-rs-125/10383-kette-einstellen-reinigen-schmieren.html]FAQ. Mit Fahrer spannt sich die Kette noch etwas wenn das Heck eintaucht (ist bei jedem Motorrad so, deshalb gibt es das Kettenspiel!). Wenn man die Kette also Stramm einbaut, zieht sie sich beim draufsitzen noch strammer, und neben der Kette leiden auch die Radlager des Hinterrades und vor allem das Antriebswellenlager im Motor.
Eben weil die Kette Spiel hat könnte sie die Schwinge berühren und beschädigen. Damit das nicht geschieht gibt es die Kettenführung Die Kettenführung (oder genauer Kettengleitführung) sind die "Gummischienen" oben und unten auf der Schwinge die verhindern, dass die Kette die Schwinge beim schlagen berührt. Wenn die Gummiteile verschlissen sind kann man durchsehen bis auf die Schwinge, werden die Kettenführungen dann nicht gewechselt frisst sich die Kette in die Schwinge rein.


Tests vor Ort:
  • Kettenspiel Prüfen (das ist der Unterschied zwischen runterdrücken und hochdrücken der Kettenmitte im Neutralgang. Wenn noch ein Gang drin ist spannt sich die obere Kettenhälfte evtl. nicht mit) [ist die Kette stramm, Abzug: 200€]
  • Verschleiß prüfen: An der Mitte der hinteren Kettenumschlingung (siehe Bild) die Kette Anheben. Wenn man einen kleinen Schraubendreher (1-2mm Durchmesser) zwischen Kette und Kettenblatt durchstecken kann muss der Kettensatz neu. [Abzug: 100€]
  • Beide Tests bei unterschiedlichen Radstellungen testen, da die Kette auch ungleichmäßig gelängt sein kann.
  • Hinten leicht anheben (über den Seitenständer leicht rüberkippen aber nicht soweit dass sie umfällt) dass das Hinterrad frei ist und dann (natürlich bei eingelegten Leerlauf) das Hinterrad mit der Hand durchdrehen . Wenn die Kette defekt ist hört man da teilweise rumpelnde Geräusche bzw. wenn da schon Glieder stecken machen die sich auch bemerkbar
  • Korrekte Übersetzung verbaut? (vorher recherchieren)
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Kettenumschlingung.jpg (20,7 KB, 45x aufgerufen)

Geändert von Mooserider (03.06.2017 um 11:21 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:19   #9 (permalink)
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Standard Reifen

Tests vor Ort:
  • Mindestprofil ist 1mm. [Abzug pro Abgefahrenem Reifen 100€, bei unter 2,5mm die Hälfte]. Ein Motorradreifen sollte nicht älter als 3 Jahre sein. Es steht auf jedem Reifen drauf wann er hergestellt wurde, ist die 4-Stellige DOT Nummer bestehend aus Monat und Jahr.
  • Der Reifen darf keine Bremsplatten haben (das sind durch Vollbremsung verursachte abgeflachte Stellen)
  • Reifengummi und Ventilgummi sollte keine Risse haben, und auf dem Ventil sollte eine Kappe us Metall sitzen (Bei fehlender Kappe kann das Ventil undicht werden)

Geändert von Mooserider (20.08.2017 um 11:42 Uhr).
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Alt 21.10.2012, 21:20   #10 (permalink)
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Standard Anbauteile / Optik

Es gibt nur sehr wenig Anbauteile die wirklich Wertsteigernd sind, für die meisten Teile bekommt man nix extra, deshalb werden solche Dinge auch gerne separat verkauft.
Technische Verbesserungen durch hochwertige nicht Standard Komponenten wie z.B. einstellbare Federbeine und Gabeln sind wertsteigernd. Solange noch Garantie auf den Teilen ist würd ich ¾ des Neupreises, danach ½ Neupreis für solche Komponenten draufrechnen.
Anbauteile wie Sportkrümmer, Luftfilter o.ä. sind in meinen Augen nur Wertsteigernd wenn der Vergaser entsprechend angepasst wurde. Ansonsten würde ich die eher als Wertminderung betrachten.
LED Blinker können Wertsteigernd sein (z.B. bei sehr aufwändigem Design), wenn der Umbau vernünftig gemacht wurde. Bei Umbauten mit Lastwiderständen sollte man nachsehen oder fragen wo der/die Widerstände befestigt sind, weil die sehr Heiß werden können und im schlimmsten Fall Plastikteile (Verkleidung, Kabelbaum...) beschädigen können. Diodenumbauten haben diese Probleme nicht (LED-Blinker an der RS 125).

Die Optik ist natürlich immer Geschmacksache, da ist mehr die Frage was es einem Wert ist, als was es tatsächlich wert ist. Eine einfache Neulackierung ist nicht wirklich Wertsteigernd, aber eine Aufwändige Lackierung mit tollen Decals oder Verkleidungsüberarbeitungen sind Wertsteigernd (je nach Zustand und Geschmack).
Der Scheinwerfer einiger Modelle kann durch die Hitze der Birne Undicht werden, wenn dort also Feuchtigkeit drin ist muss der Scheinwerfer erneuert werden (160€,1h)

Sturzschäden lassen sich gut bewerten wenn der Verkäufer drauf hinweist, aber oft wird der Unfall nach einer guten Reparatur nicht mehr erwähnt. Prüft die Lenkerenden, Blinker, Schwingenende, Ständer und Achsmuttern auf Sturzkratzer

Tests vor Ort:
  • Wie ist der Gesamtzustand, gepflegt, oder vergammelt? [ungepflegtheiten können auf schlechte Wartung hinweisen, aber es können auch Lager oder Teile vom Dreck angegriffen sein wenns sehr schmutzig ist]
  • optischen Motorzustand? [Sehr sauber deutet oft auf eine gerade erfolgte reparatur hin, patina deutet eher auf anstehende Reparaturen hin]
  • Liegen irgendwelche Reparatur oder Teilerechnungen vor? [aufwertung wenn noch Garantie auf den Teilen ist]
  • Ist im Scheinwerfer (oder in anderen Leuchtmitteln) Feuchtigkeit drin? [Abzug bei Scheinwerfer: 160€, Blinker: 30€]
  • Sind Schrammen an Lenkerenden, Fußrasten oder Schwinge vorhanden? Kommt evtl von einem Sturz.
  • Sind alle Anbauteile Eingetragen bzw liegt eine ABE vor? [abzug bei eintragungspflichtigen Teilen 80€]
  • Den Lenker einmal rechts und Links bis zum Anschlag einlenken, dabei muss der Abstand der Lenkerenden zum Tank auf beiden Seiten gleich sein (siehe auch "Fahrwerk"). Wenn der unterschiedlich ist deutet dass auf einen Unfall hin.

Geändert von Mooserider (20.08.2017 um 11:53 Uhr).
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