Diese Entdrosselungsanleitung richtet sich an alle, die den Führerschein Klasse A besitzen und die RS 125 als Motorrad mit einer Leistung von etwa 30 PS fahren wollen.
Entdrosseln der RS 125 ohne den passenden Führerschein ist kein Kavaliersdelikt sondern umfasst gleich mehrere Straftaten wie Versicherungsbetrug, Fahren ohne Versicherungsschutz, Fahren ohne Führerschein und eventuell sogar noch mehr.
Da die Maschinen teilweise sehr unterschiedlich gedrosselt sind, habe ich versucht, eine Anleitung zu schreiben, die man auf alle Modelle bis 2008 anwenden kann.
Bitte informiert euch vor dem Entdrosseln, welches Modell der RS 125 ihr besitzt:
Motoren- und Modellübersicht RS 125 Elektrische Entdrosselung
Anhand der Eintragung im Fahrzeugschein sollte man erkennen, ob die RS durch eine Veränderung an der Zündanlage gedrosselt wurde. Es gibt zwei Möglichkeiten, die RS über die Elektrik zu drosseln: Entweder, man schaltet einen Drehzahlbegrenzer zwischen die CDI und der Zündspule, zwischen die Verbindung der CDI zum Motor, wo das Drehzahlsignal abgenommen wird oder man tauscht die CDI durch eine gedrosselte CDI.
Bei den MP/SF/PY-Modellen gibt es verschiedene CDIs. Die CDI mit der Kennziffer 071000-0910 QCA91 hat ein Leistungsloch bei ~5000 1/min, um die damals schärfer werdenden Abgaswerte noch einhalten zu können. Da das Fahren mit diesem Drehzahlloch bei einer gedrosselten Maschine zur Tortur wird, da man das Loch bei einer gedrosselten Maschine schlecht umschalten kann, gibt es für die gedrosselten Maschinen eine andere CDI ohne Leistungsloch. Diese wird auch bei rein mechanisch gedrosselten Maschinen verbaut, damit man ohne das Drehzahlloch fahren kann. Die Bezeichnung der CDI ohne Leistungsloch ist 070000-2570. Die Drehzahl wird durch diese beiden CDIs nicht begrenzt. Um die Drehzahl zu begrenzen wird also ein Drehzahlbegrenzer vor die CDI gebaut. Im Fahrzeugschein wird dieser als PCU oder BlackBox bezeichnet. Eine weitere CDI gibt es von AplhaTechnik, diese ersetzt die CDI komplett und riegelt bei 8000 1/min ab.
Ältere GS-Modelle werden nur über einen Drehzahlbegrenzer gedrosselt, welcher zwischen Lichtmaschinenstator und Zündeinheit/Zündspule geschaltet wird.
Drehzahlbegrenzer ausbauen
Ein Drehzahlbegrenzer wird, wie oben beschrieben, beim Einbau zwischen der CDI und dem Kabelbaum angeschlossen.
Anhand der Einbauanleitung der Drehzahlbegrenzer kann man sehen, wo der Drehzahlbegrenzer angeschlossen wurde.
GS-Modell: 
Beim GS-Modell wird der Drehzahlbegrenzer zwischen dem Grüne Kabel vom Motor zur Zündspule angeschlossen. Hier muss die auf dem Anschlussplan mit einer Schere gekennzeichnete Verbindung wieder hergestellt werden. Dieses Kabel befindet sich im Motorraum.
MP-Modell: 
Beim MP-Modell wird der Drehzahlbegrenzer zwischen zwei Kabel geschaltet, die vom Motor durch den Kabelbaum an die CDI gehen. Meistens wird der Drehzahlbegrenzer direkt vor dem Stecker an der CDI angeschlossen. Auch hier müssen die beiden mit Scheren gekennzeichneten Verbindungen wiederhergestellt werden und der Drehzahlmesser ausgebaut werden.
Gedrosselte CDI von AlphaTechnik austauschen (SF/PY-Modelle)
Bei den SF und PY-Modellen finden wir unter der Heckverkleidung die gedrosselte CDI von Alphatechnik.
Hier ein Bild vom 2006er Baujahr (auf dem Foto war die originale CDI noch mit verbaut, es kann sein, dass diese bei euch nicht verbaut ist):
Und hier das ganze bei dem 2003er Modell:
Diese Drossel-CDI muss gegen die Original-CDI mit Leistungsloch mit der Bezeichnung 071000-0910 QCA91 getauscht werden. Wer ohne Leistungsloch fahren möchte, kann auch die 070000-2570 verwenden, jedoch ist dies auf Grund der Abgasnormen nicht zulässig. Die AlphaTechnik CDI wird an einem anderen Stecker am Kabelbaum angeschlossen, weshalb der Stecker für die Original-CDI auch noch benötigt wird. Normalerweise bekommt man diesen beim Kauf der Maschine vom Händler mit dazu. Der Stecker der AlphaTechnik CDI wird entfernt und durch den Original-Stecker ersetzt, indem man die Kabel entsprechend nach den Farben wieder verbindet.
Wichtig:
Bei Arbeiten an der Elektrik sollte man darauf achten, die Kabel sauber zu verlegen und Kabelteile mit gebrochenen Isolierungen zu ersetzen oder zu kürzen, falls möglich. Kabelschäden an der Zündanlage können zum Totalschaden an der Elektrik führen. Abisolierte Kabelenden sollte man mit Aderendhülsen versehen, wackelige Stecker durch neue ersetzen. Tut euch den Gefallen und arbeitet auch dort sauber. Verwendet keine Stromdiebe sondern ordentliche Steckverbindungen.
Auspuffanlage entdrosseln
Wenn die RS über eine Reduzierhülse im Krümmer gedrosselt ist, kann diese einfach entfernt werden. Sollte die RS jedoch über einen werkseitig gedrosselten Krümmer verfügen, sollte dieser durch einen offenen Krümmer getauscht werden, da das Drosselrohr im Krümmerbauch nicht ohne gute Schweißfertigkeiten herausgenommen werden kann. Gedrosselte Krümmer gibt es erst seit den MP-Modellen, beim GS-Modell wurde nur ein Krümmer verbaut.
Anhand der Nummer, die auf dem Krümmer eingestanzt ist, kann man erkennen, um welchen Auspuff es sich handelt und für welche Maschine dieser verwendet wird. Sollte euer Krümmer für die offene Version geeignet sein, muss dieser nicht getauscht werden. Eine Übersicht über die passenden Krümmer für euer Modell findet ihr hier:
Krümmerbezeichungen
Eine Drosselhülse im Krümmer muss im Fahrzeugschein eingetragen sein. Solltet ihr also etwas wie "LEISTUNGSRED. D. RED. HÜLSE" im Fahrzeugschein stehen haben, muss der Auspuff demontiert und die Hülse entfernt werden. Da manche Werkstätten und Motorradbesitzer sich nicht immer um einen korrekten Fahrzeugschein kümmern, kann man hier den Leistungsfresser suchen, falls nach der Entdrosselung das Motorrad nicht richtig läuft.
Um den Auspuff zu demontieren, muss die Seitenverkleidung demontiert werden. Der Krümmer ist an einer Schraube an der linken Fußrastenanlage und am Endschalldämpfer befestigt, vorne am Zylinder wird er durch zwei starke Federn auf den Krümmerflansch am Zylinder gepresst. Diese Federn lassen sich wegen ihrer Spannkraft nicht ohne weiteres mit der Zange herunterziehen, man benötigt dazu ein Feder-Ziehhaken oder man benutzt Trick 17: An der Vorderradgabel wird je die äußere Schraube ein Stück herausgedreht. Jetzt kann man einen etwas dickeren, aber noch biegsamen Stahldraht durch die Feder am Krümmer und durch die Bugverkleidung unter dem Kühler nach vorne zur Gabel fädeln. Der Draht wird um die herausgeschraubte Schraube an der Gabel gewickelt. Jetzt kann man den Lenker als Hebel benutzen, einfach kurz einlenken und Zack! ist die Feder ausgehängt.
Die Drosselhülse sollte in etwa so aussehen:
Am besten trennt man die Schweißnähte der Hülse mit einem Dremel oder einem anderen Schleifwerkzeug und nimmt die Hülse heraus. In seltenen Fällen ist die Hülse im Krümmerflansch am Zylinder verschweißt, sollte im Auspuff nichts zu sehen sein, kann ein Blick auf den Flansch am Zylinder nicht schaden.
Um den Auspuff wieder zu montieren, kann der Trick mit dem Lenker und dem Draht wieder verwendet werden. Die Feder mit dem Lenker spannen und mit einem großen Schraubendreher in die Lasche am Krümmer drücken. Die Federn sollten nicht aus Einfachheit gestreckt werden, da die hohe Spannkraft benötigt wird, um den Auspuff am Zylinderflansch ab zu dichten.
Auslasssteuerung aktivieren
Wenn ihr Glück habt, wurde bei euch die Auslasssteuerung nur abgesteckt. Im Idealfall muss man nur noch die beiden Stecker im Motorraum miteinander verbinden, und die Auslasssteuerung ist aktiviert. Wenn ihr noch mehr Glück habt, funktioniert sie auch
Wenn ihr Pech habt, fehlt die Auslasssteuerung an eurem Motorrad und es wurde ein Blindschieber verbaut. Dann muss die ASS nachgerüstet werden, für Details dazu bitte die Auslasssteuerungs-FAQ anschauen:
Detaillierte Informationen zur Auslasssteuerung findet ihr hier:
Auslasssteuerung: Funktionsprinzip, Fehlersuche Zündkerze wechseln
Es gibt bei Motoren verschiedene Zündkerzen mit verschiedenen Wärmewerten. Dieser Wärmewert gibt an, wie viel Wärme die Zündkerze ableiten kann, da die Zündkerze eine bestimmte Arbeitstemperatur benötigt, um sich selbst frei zu brennen und nicht mit Verbrennungsrückständen zu zu setzen. Da ein gedrosselter Motor keine solch extremen Temperaturen erreicht, wurde die Zündkerze beim Drosseln angepasst.
Die "NGK BR 8 ES" Zündkerze muss also gegen eine "NGK BR 10 EG" Zündkerze ersetzt werden.
Tut man das nicht, wird die Zündkerze auf Grund des zu niedrigen Wärmewertes zu heiß und kann ein Loch in den Kolbenboden brennen, es kommt zum Motorschaden. Weitere Informationen zur Zündkerze findet ihr hier:
Die Zündkerze