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Alt 02.05.2009, 19:09   #1 (permalink)
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Standard LED-Blinker an der RS 125

Die RS hat leider eine etwas "andere" Blinkerschaltung als die meisten anderen Motorräder. Daher kann der Anbau von LED-Blinkern problematisch werden. Am Ende dieses Beitrages ist ein vereinfachter Schaltplan zu finden, auf dem man sieht, wie die Blinker der RS 125 angeschlossen sind.

Das Blinkerrelais hat die Aufgabe, den Strom so zu unterbrechen, dass die Blinker blinken. Würde man das Relais überbrücken, würden also die gewählten Blinker dauerhaft leuchten. Wie man sieht, hat dieses Relais nur 2 Anschlüsse, um die Blinkfrequenz zu erzeugen nutzt es den Strom, der durch die Blinker fliesst. Der eine oder andere hat das sicherlich schon einmal gesehen, was passiert, wenn eine Birne durchbrennt und nur noch die Hälfte des Stromes fliesst: Die Blinkfrequenz wird schneller.

Es ist also für das Blinkrelais wichtig, dass immer der selbe Strom fliesst. Auf dem Relais findet man auch irgendwo eine Aufschrift, auf der die Last angegeben ist, für die das Relais ausgelegt wurde, bei der RS sind das 24 Watt.

Wenn wir jetzt LED-Blinker ohne alles an ein x-beliebiges Motorrad anschliessen, werden wir wahrscheinlich feststellen, dass die Blinkerfrequenz überhaupt nicht mehr passt und die Blinker viel zu schnell blinken, oder überhaupt nicht blinken, da durch die LED-Lampen kaum Strom fliessen muss, um sie zum leuchten zu bringen. Also gibt es jetzt 2 Möglichkeiten:

- Man verwendet Widerstände, die paralell zu den LEDs geschaltet werden, damit diese den Strom verbrauchen, der vorher von den Glühbirnen verwendet wurde.
- Man kauf sich ein Lastunabhängiges Blinkerrelais, das, egal bei welchem Stromfluss, immer die selbe Blinkerfrequenz hat.

Die Lastwiderstände und das Relais bekommt man z.B. bei Polo schon einbaufertig mit allen benötigten Steckern, also kein Löten notwendig! Vorwiderstände (in Reihe geschaltet) braucht man bei LED-Blinkern nicht, da diese heutzutage schon eingebaute Vorwiderstände haben.

Dummerweise gibt es bei der RS125 noch ein weiteres Problem, welches man erkennt, wenn man den Schaltplan der Blinker genauer untersucht. Wenn der Schalter zum Blinken nach Rechts geschaltet wird, fliesst der Strom über die Rote Leitung durch die rechten Blinker und lässt diese blinken. Die Kontrolllampe im Cockpit bekommt Strom und leitet diesen allerdings über die nicht-blinkende Seite wieder zur Masse. Umgekehrt genauso, wird links geblinkt, bekommen die Blinker Spannung und der Strom fliesst auch über das Kontrolllämpchen, dieses leuchtet und der Strom fliesst über die Blinker der rechten Seite wieder zur Masse.
Der kleine Strom, der über die nicht-blinkende Seite abfliesst, reicht aus, um das Birnchen im Cockpit leuchten zu lassen, für die Blinkerbirnen ist dieser jedoch viel zu gering um sie zum leuchten zu bringen.

Leider reicht dieser Strom der Kontrolllampe im Cockpit aus, die LED-Blinker leuchten zu lassen, also blinken jetzt alle 4 Blinker. Man kommt also um paralell geschaltete Widerstände bei LED-Blinkern nicht drumrum.

Um die benötigten Widerstände zu berechnen, braucht man nur 2 Formeln, die hoffentlich noch aus der Schule bekannt sind. R = U / I und P = U x I

Die Blinkerbirnen haben 10 Watt bei 12 Volt, daraus kann man den Strom berechnen:
P = U x I umstellen: I = P / U einsetzen: I = 10W / 12V ergibt I = 0,8333A
R = U / I einsetzen: R = 12 V / 0,8333A ergibt: R = 14,400 Ohm,

Also können wir einen 15 Ohm-Widerstand paralell zu jedem Blinker verwenden und alles sollte funktionieren.



Noch einfacher und empfehlenswert ist es, ein Lastunabhängiges Blinkerrelais zu verbauen, welches auch bei geringeren Strömen schon schaltet. Dann kann man bei den Blinkern verbauen, was man will. Bei der RS 125 ist es optimal, im Heck der Maschine je einen Blinkerwiderstand pro Seite an zu verbauen und zusätzlich ein Lastunabhängiges Relais zu verwenden. Lastwiderstände fertig und passend mit Steckern verdrahtet gibt es, genauso wie das besagte lastunabhängige Blinkerrelais, z.B. bei POLO Motorrad zu kaufen.
Angehängte Grafiken
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Ungelesen 02.05.2009, 19:09   #1 (permalink)
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Alt 28.10.2012, 21:53   #2 (permalink)
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Motorrad: RS125MP, CBR1100XX
Standard Umbau mit Dioden

Die Lastwiderstände werden bei längerem gebrauch sehr heiß. Wenn man beim Einbau nicht aufpasst können einem die Widerstände ein Loch in Verkleidung oder andere Kunstoffteile brennen.
Es gibt noch eine Variante ohne Lastwiderstände, man benötigt nur zwei Dioden (gibts bei jedem Radio-Fernseh-Techniker für wenige Cent) und etwas Löterfahrung.
Man entfernt die Kanzel und trennt die beiden Leitungen zur Blinkkontrollleuchte (Rot und Hellblau) durch. Dann verbindet man die beiden mit den Dioden und schließt einen Anschluß der Kontrolleuchte zwischen den Dioden an. Der andere Anschluß kommt dann an Masse (Blau, z.B. von der Tachobeleuchtung).

Hier nochmal die Originalschaltung:


und die Dioden Schaltung:

Ein Lastunabhängiges Relais benötigt man aber natürlich auch bei dieser Version, sonst stimmt die Blinkfrequenz nicht.
Angehängte Grafiken
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