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Alt 05.10.2004, 00:29   #1 (permalink)
Zweitaktkrank
 
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Standard Fragen und Antworten zu Schmiermitteln bzw. Ölen

Welche Aufgaben haben Schmierstoffe zu erfüllen?

Sie sollen Reibung und Verschleiß gleitender oder sich drehender Maschinenteile vermindern und vor Korrosion schützen, sie sollen außerdem kühlen, konservieren, abdichten, den Motor sauberhalten, den Verbrauch reduzieren und die Leistung erhöhen.


Was versteht man unter synthetischen Ölen?

Die Moleküle synthetischer Öle werden aus Kohlenwasserstoff oder anderen Verbindungen künstlich aufgebaut. Ausgangsproduk-ent ist dabei üblicherweise Erdöl.


Welche Eigenschaften haben synthetische Öle?

Ein sehr gutes Viskositäts-Temperaturverhalten, d.h. sozusagen eine eingebaute Mehrbereichscharakteristik. Dadurch lässt sich eine sehr gute Scherstabilität erreichen. Außerdem sind sie sehrtemperaturfest und auch bei Kälte sehr schmierfähig.


Was versteht man unter Viskosität?

Sie ist das Maß für die Zähflüssigkeit eines Öles.


Wodurch verändert sich die Viskosität eines Öles?

Durch Temperaturschwankungen (warm = dünnflüssig / kalt = dickflüssig), aber auch durch Scherung und Kraftstoffeintrag (dünnflüssig) oder Alterung und Eintrag von Verbrennungsruß (dickflüssig).


Auf welche Weise kann man Schmieröle besonderen Anforderungen anpassen?

Durch den Zusatz von Additiven (bis zu 25% bei Hochleistungsölen sind Additive).


Was bedeutet "SAE" bei der Einteilung der Viskositätsbereiche (z.B. SAE 15W-40)?

SAE ist die Abkürzung für "Society of Automotive Engineers" (Vereinigung der Automobilingenieure/USA).


Was bedeutet das Kürzel "HD" bei der Bezeichnung eines Öls?

"Heavy Duty" - für schwerste Beanspruchung (üblich bei Lkw-Dieselmotorenölen).


Kann man Lkw-Öle in Motorrädern einsetzen?

Die allermeisten nicht. Bestimmte Additive, die ein Lkw-Motor benötigt, führen in Ottomotoren zu Glühzündungen und so u.U. zu Motorschäden.


Wodurch wird Motoröl in seiner Leistung beeinträchtigt?

Durch Alter, Staub, Metallabrieb, schlechten Kraftstoff, Verbrennungsrückstände und Wasser, aber auch durch zu niedrige oder zu hohe Öltemperaturen.


Welche Viskositätsspannen sind bei modernen Motorradmotoren zu erwarten?

Etwa 5W-30 bis 20W-50. Aufgrund abnehmender Scherstabilität ist eine zu große Viskositätsspreizung (z.B. 0W-60) zu vermeiden.


Wie erreicht man Mehrbereichcharakteristik von Motorenölen?

a) Durch Einsatz von Ölen mit hohem natürlichem Viskositätsindex, z.B. Synthetikölen oder
b) durch Einsatz von Viskositätsindexverbesserern oder
c) durch Kombination von a) und b).


Was sind Viskositätsindexverbesserer?

Sehr große Moleküle, die die Mehrbereichseigenschaften eines Öles bei hohen Temperaturen verbessern. Nachteile: Sie verlieren durch Scherung an Wirksamkeit (Öl wird dünner) und führen zu Verschmutzungen, insbesondere am Kolben.


Kann man Mineralöl und synthetisches Öl mischen?

Ja. Das ist heutzutage problemlos.


Kann ein lange mit Synthetiköl betriebener Motor problemlos auf Mineralöl umgestellt werden?

Ja. Man darf aber nicht automatisch die gleiche Leistungsfähigkeit des Öles erwarten, auch nicht vom Additivpaket, das bei synthetischen Ölen meist leistungsfähiger ausgelegt ist.


Kann ein lange mit Mineralöl betriebener Motor problemlos auf Synthetiköl umgestellt werden?

Prinzipiell ja, wenn auch Verschleiß nicht rückgängig gemacht werden kann. Durch die Verwendung von Synthetiköl wird ein solcher Motor meist deutlich von Verbrennungsrückständen - insbesondere an den Kolben - gereinigt, was kurzzeitig zu einem höheren Ölverbrauch führen kann, der sich dann jedoch wieder stabilisiert, sofern der Motor technisch einwandfrei ist.


Kann es am Öl liegen, wenn ein Zweitakter Öl aus dem stark verkohlten Auspuff wirft?

Ja. Oftmals ist jedoch eine zu reich dosierte Einstellung der Ölpumpe verantwortlich, was die Werkstatt überprüfen kann. Gegebenenfalls auf bessere Ölqualität umsteigen.


Welche Vorteile bringen OW-Öle in Motorrädern?

Keine. OW-Öle sind beispielsweise bei allen japanischen Modellen nicht zugelassen, da es zu Getriebeverschleiß kommen kann. Außerdem ist bei Nasskupplungen mit Kupplungsrutschen zu rechnen, da sie zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauches in Pkw-Motoren meistens Reibwertminderer enthalten.


Kann man ein Motorradöl auch im Pkw-Motor benutzen?

Motorradöl im Automotor: Ja, wenn die vorgeschriebene Spezifikation stimmt, Pkw-Öl im Motorradmotor: Nicht generell. Motorrad-Öle sind meist deutlich scherstabiler (wg. Integriertem Getriebe) und thermisch stabiler ausgelegt, dafür aber weniger für extremen Winterbetrieb geeignet.


Ist synthetisches Öl ungünstig für Nasskupplungen?

Nein. Lediglich die Verwendung von Pkw-Synthetikölen kann zu Kupplungs-Problemen führen, da dort oft reibungsmindernde Additive eingesetzt werden.


Welche Vorteile hat Rizinusöl?

In Zweitaktern hat Rizinusöl die denkbar besten Schmiereigenschaften. Allerdings ist der Motor oft schon nach einem Rennen verschmutzt und muss gereinigt werden. Bei Viertaktern wird Rizinusöl nur dann verwendet, wenn Methanol-Kraftstoff eingesetzt wird (z.B. Speedway).


Muss Rizinusöl in einem höheren Verhältnis gemischt werden als synthetisches 2-Takt-Rennöl?

Üblicherweise ja (z.B. im Kartsport 16:1).


Bringen Rennöle grundsätzlich eine Leistungssteigerung?

Nicht unbedingt. Rennöle können auch auf maximale Haltbarkeit ausgelegt sein, z.B. für Endurance-Rennen.


Ist bei hohen Beanspruchungen eines 2-Takt-Motors ein besonderes Mischungsverhältnis nötig?

Üblicherweise ist das nicht nötig. Im Zweifelsfall kann man aber etwas mehr Öl beigeben.


Muß qualitativ hochwertiges Öl seltener gewechselt werden?

Eigentlich ja, doch werden die Wechselintervalle von den Motorenherstellern verbindlich vorgegeben.


Was spricht gegen den Einsatz billigen Öls, wenn man es dafür häufiger wechselt?

Billiges Öl kann von vornherein überfordert sein und zu Verschleiß und Verschmutzung führen.


Kann man mit Rennölen eine Steigerung der Oktanzahl erreichen?

Im Zweitaktbereich theoretisch ja, jedoch selbst bei hoher Öldosierung kaum nennenswert und obendrein verboten.


Braucht ein Motorrad mit separatem Getriebe und Trockenkupplung ein spezielles Motorradöl?

Aufgrund der besseren thermischen Stabilität ist der Gebrauch eines synthetischen Motorradöles anzuraten.


Wie hoch darf die Öltemperatur ansteigen?

Die üblicherweise im Ölsumpf gemessenen Temperaturen sind nicht ausschlaggebend. Die höchsten Temperaturen entstehen am Kolben (1. Ringnut) und können bis zu 300 Grad Celsius betragen. Wann ein Motor aufgibt, ist sehr unterschiedlich. Einige vertragen Ölsumpftemperaturen von 160 Grad Celsius, bei anderen sind 125 Grad Celsius bereits höchst bedenklich.


Kann man auch andere Viskositäten benutzen als die vorgeschriebenen?

Ja. Die Viskosität allein sagt nichts über die Qualität eines Öles aus.


Wie hoch liegen typische Metallgehalte in Gebrauchtölen?

Nach 5.000 km findet man bis zu 100 mg/kg Eisengehalt in einem Gebrauchtöl. Kupfer, Blei und Aluminium z.B. liegen viel niedriger.


Gibt es ein spezielles Öl für Motorrad-Oldtimer?

Faustregel: Moderne Spitzenöle sind für Motorrad-Oldtimer völlig ungeeignet und können zu Dichtungsunverträglichkeiten führen. Empfehlung: Dicke Einbereichsöle mit niedriger Additivierung verwenden.


Wie entstehen Emulsionen in der Kurbelgehäuseentlüftung?

Durch Auskondensieren von Ölnebel und Wasser. Die Emulsionen verschwinden, wenn der Motor richtig warmgefahren wird bzw. die Außentemperaturen steigen. Geringe Mengen sind völlig harmlos.


Kann ein Motorrad durch schlechtes oder falsches Öl an Leistung verlieren?

Ja: 1. durch Verschleiß, 2. durch zu hohe Viskosität (zu dickflüssig), 3. durch mangelnden Kraftschluß an der Nasskupplung (Kupplungsrutschen durch Pkw-Öl).


Kann man, z.B. auf langen Touren im Ausland, einfach ein anderes Öl auffüllen?

Im Prinzip ja, idealerweise allerdings ein spezielles, nicht zu dünnes Motorradöl.


Gibt es Motoren, die nicht mit Synthetikölen betrieben werden sollten?

Ja, nämlich Oldtimer bzw. klassische Motorräder. Außerdem Motoren mit sehr hoher Laufleistung, die ausschließlich mit Mineralöl betrieben wurden und schon an erhöhtem Ölverbrauch leiden.


Welche besonderen Eigenschaften sollte ein Getriebeöl haben?

Sein Schmierfilm muss durch geeignete Additivierung besonders druckfest sein, es darf keinen Schaum bilden, muss Korrosion verhindern und wärmeableitend sowie gut dichtungsverträglich sein. Wichtig ist es, immer die Empfehlung des Herstellers zu beachten (z.B. API GL 4, wenn gefordert).

Quelle: :::Shell.de:::
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Ungelesen 05.10.2004, 00:29   #1 (permalink)
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Alt 05.10.2004, 00:35   #2 (permalink)
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Standard Zahlenrätsel Viskosität

Die Wahl des richtigen Motoröls ist unabdingbar

Die Viskosität bildete 1911 die Grundlage der ersten Motorenöl-Klassifikation und wurde in dem SAE-Klassifikationssystem (Society of Automotive Engineers) festgelegt – damals für unlegierte (ohne Additive) Einbereichsöle. Auch bei heutigen Mehrbereichsölen wie SAE 5W-40 HD, die wegen der Zusätze für Klassiker vor Baujahr 1950 schädlich sein können, beziehungsweise Ganzjahresölen ist die Viskosität immer noch eine der wichtigsten Eigenschaften.

Die Entwicklung von Prüfverfahren, mit deren Hilfe sich das Motorverhalten besser vorhersagen lässt, führte zur Viskositätsmessung (DIN 51511) bei unterschiedlichen Temperaturen und Geschwindigkeitsgefällen. Unterschieden werden die dynamische und die kinematische Viskosität. Mit der Messung der dynamischen Viskosität erfolgt die Einteilung in die Winterklassen 0W, 5W, 10W, 15W, 20W und 25W. Je kleiner die Zahl vor dem W, umso "dünnflüssiger" ist das Öl in der Kälte. So erfüllt ein 10W-Öl bei minus 20 Grad alle gängigen Anforderungen der Motorkonstrukteure, ein 5W-Öl schafft dies noch bei minus 25 Grad.

Die kinematische Viskosität ist das Verhältnis der dynamischen Viskosität zur Dichte des Öls bei einer bestimmten Temperatur, Maßeinheit: mm²/s. Hier erfolgt bei einer Prüftemperatur von 100 Grad Celsius die Einteilung der SAE-Sommer-Viskositätsklassen 20, 30, 40, 50, 60. Je größer die Zahl hinter dem W, umso "dickflüssiger" ist das Öl bei 100 Grad Celsius. Ein SAE-30-Öl läuft also im Sommer leichter als ein SAE-60-Öl, jedoch ist beim 60er Öl der Schmierfilm bei hohen Temperaturen belastbarer (für den Motorsporteinsatz etwa). Getriebeöle haben SAE-Einteilungen von SAE 70W (dünnflüssig) bis SAE 250 (dickflüssig).



Quelle + (c) www.oldtimer-markt.de

Noch mehr Fragen zu Betriebsstoffen dann geht ins
:::Technik-Lexikon der Betriebsstoffe von oldtimer-markt.de:::
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Alt 12.05.2005, 18:43   #3 (permalink)
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Standard

neuer Link von Castrol:

::: Schmierstoffwissen von Castrol :::

beinhaltet: Grundwissen Motorenöle, Motorenöl-Klassifikationen, Viskositäten, Anwendungstechnik und Tipps und Getriebe

Fließfähigkeit / Viskosität:
Die Viskosität eines Öles wird in den allseits bekannten SAE-Klassen (Society of Automotive Engineers) angegeben und ist die innere Reibung eines Öles. Diese SAE-Klassen sagen nichts über die Qualität, sondern nur etwas über die Fließfähigkeit aus.

Niedrige Zahlen bezeichnen Öle, die auch bei kalten Temperaturen schnell fließen, zB SAE20. Dickere Öle, die auch im Sommer unter starker Hitzeeinwirkung einen belastbaren Schmierfilm aufrecht erhalten können, sind an höheren Zahlen zu erkennen, zB SAE50.

Früher waren Ölwechsel alle 2'-5'km fällig und somit wurde das Öl immer zur kommenden Jahreszeit gewechselt, dh im Frühjahr kippte man SAE50 rein, im Winter SAE20. Es gibt auch noch dünnere und dickere Öle, die Zahlen 20 und 50 sollen nur als Vergleich dienen.

Ende der 50er Jahre gab es die ersten Mehrbereichsöle / engl.: Multigrades, die größere Temperaturdifferenzen erlaubten. Durch diese Anpassung an die jeweilige Außentemperatur enstanden Ganzjahresöle.

Mehrbereichsöle tragen auf der Dose zwei Viskositätsangaben, wobei die erste stets mit einem "W" versehen ist. Dabei handelt es sich um den Winter-Wert. Ein Öl mit der Angabe 20W50 verhält sich also im Winter wie ein SAE20 und im Sommer wie ein SAE50. Der Stockpunkt liegt hier bei etwa -20°C, die maximale Dauerwärmebelastbarkeit bei einer Ölwannentemperatur von 125°C, der Flammpunkt bei 200°C.

Eine Ausnahme machen die Getriebeöle: Sie tragen auch die SAE-Bezeichnungen, jedoch hat ein SAE90-Getriebeöl die selbe Viskosität wie ein SAE50 Motorenöl.

Synthetisches Öl:
Wird auch zum größten Teil aus Mineralöl gewonnen, der Grundstoff wird jedoch chemisch in verschiedene Bestandteile zerlegt und anschließend synthetisch zu einem Produkt zusammengesetzt, das völlig neue Eigenschaften hat. Hinzu kommen auch Bestandteile, die nicht aus Erdöl gewonnen wurden. Je nachdem ob das Produkt dann noch mit mineralischem Öl gemischt wird, spricht man dann auch von teilsynthetischen Ölen.
Für die meisten Fahrzeuge, die bis Ende der 70er Jahre gebaut wurden, sind synth. Öle wenig geeignet.

Unlegiertes Öl:
Dieses hat keine Fließverbesserer und keine Reinigungssubstanzen und kann nicht besser als die API-Qualitätsstufe "SB" sein, da ab "SC" diese vorgeschrieben sind. Diese Öle sollten nur in Fahrzeugen ohne Ölfilter benutzt werden, denn sie halten den Schmutz nicht in der Schwebe und sollten nicht länger als 2'km gefahren werden. Zudem soll man ca. jedes vierte Mal die Ölwanne abnehmen um die gewünschten Ablagerungen entfernen. Trifft mehr auf die Oldtimer-Fahrzeuge zu.

Öle mischen:
Eine der häufigsten Fragen in Sachen Öl betrifft Probleme beim Mischen verschiedener Sorten. Mit Ausnahme von Rizinusölen sind alle Motoröle untereinander mischbar, unabhängig davon, ob es sich um mineralische, teilsynthetische, oder vollsynthetische Öle handelt. Die Fließqualität nimmt bei einfüllen von dickerem Öl allerdings ab.

Besonders bei hochlegierten Ölen ist jedoch die beste Lösung, stets dasselbe Öl nachzufüllen, weil so die vorgeschriebene Qualität mit Sicherheit erhalten bleibt. Bei Fahrzeugen mit den Longlife-Wechsel-Intervallen von VW oder anderen Herstellern, sollte man maximal 0,5l Fremdöl nachfüllen, wenn es nicht anders möglich ist, sonst immer nur das vorgeschriebene nach der vorgeschriebenen Hersteller-Norm.

Ölverbrauch:
Das ist die Menge die als unmittelbare Folge des Motorlaufs verbrannt wird, dazu gehört also nicht das Öl, das der Motor durch Undichtigkeiten verliert. Die Menge wird bei Prüftandtests in Gramm pro PS angegeben. Bei Vollast ist der Ölverbrauch deutlich höher als beim lässigen Bummeln, ebenso bei Hochleistungsmotoren.

Ölwechsel:
Angesichts moderner Feinstfilter fragen sich viele Autofahrer, warum und wie oft das Öl überhaupt gewechselt werden sollte. Einerseits verlieren Mehrbereichsöle durch Scherkräfte mit der Zeit Ihre flexible Viskosität. Andererseits nimmt das Öl vor allem auf Kurzstrecken Kondenswasser, unverbranntes Benzin, und aggressive Verbrennungsrückstände auf.
Diese Stoffe sind teilweise dünner als das Öl selbst und werden deshalb von keinem noch so feinen Ölfilter ("Trabold"-Filter, der nie mehr Ölwechsel verspricht: http://www.spiegel.de/auto/werkstatt...,52461,00.html) erfaßt. Besonders während langer Standzeiten können säurehaltige Verunreinigungen im Öl die blanken Metallteile im Motor angreifen. Auch durch den Kontakt mit Umgebungsluft altert Motoröl, ohne daß sich die Kurbelwelle gedreht hätte. Deshalb geben die Fahrzeughersteller zuzsätzlich zur Kilometergrenze einen Zeitraum an, indem das Öl auch ohne die entsprechende Belastung gewechselt werden sollte. Soll das Fahrzeug "eingemottet" werden, so ist der Ölwechsel vorher zu machen.

Scherstabilität:
Die langkettigen Moleküle, die für die veränderliche Viskosität von Mehrbereichsölen verantwortlich sind, werden im Laufe des Ölwechselintervalls allmählich durch Scherkräfte zerstört, sodaß der Schmierstoff am Ende wieder die Eigenschaften des dünneren Grundöls annimmt. So erklärt es sich auch, daß frisches Mehrbereichsöl einen höheren Öldruck aufbaut als gebrauchtes. Besonders verschleißfördernd wirken Kugel,- oder Wälzlager. In Ihnen werden die Polymere buchstäblich zermahlen. Noch härter wird das Öl in Triebwerken beansprucht, bei denen das Getriebe im Motoröl läuft (Austin Mini). Weitere Polymer-Killer sind Ölbadkupplungen oder Steuerketten.

Getriebeöle:
Die Getriebeölnormen sorgen in erster Linie für eine Qualitätsabstufung in Sachen Druckfestigkeit und werden mit den API-Codierungen GL1 bis GL5 bezeichnet (Gear Lubricant). In der Regel finden heute Öle der Klassen GL4 und GL5 Verwendung.

HD-Öle:
Heavy Duty (=strapazierfähig) ist eine nicht genormte Bezeichnung aus den 30er Jahren, als zum ersten Male den Ölen reinigende Additiven beigemengt wurden. Ist ein gängiger Werbebegriff, der aber keinerlei Qualitativen Anspruch auf das Öl gibt.

Hersteller-Freigaben:
Ölwechselintervalle von bis zu 50'km machen die Anforderungen an moderne Öle derart speziell, daß viele Automobilhersteller die Schmierstoffe zunächst im jeweiligen Motor testen, bevor sie eine Freigabe erteilen. Die entprechenden Werksnormen (zB VW 50500) sind auf der Öldose vermerkt. Für Hochleistungsmotoren, oder mit verlängertem Wartungsintervall (WIV von VW) ist die Einhaltung der Norm sehr wichtig! (WIV = Wartungsintervallverlängerung)

API-Norm:
Sie steht für das (American Petroluem Institute), welches eine verbindliche Norm für die Leistungsfähigkeit festgelegt hat.
Es gibt zwei API-Normen:
"S" für Benziner (S stand für Service)
"C" für Diesel (C stand für Commercial)
Im Laufe der Jahre hatten die Öle immer neue Aufgaben zu erfüllen, sodaß man den darauffolgenden Normen dem Alphabet nach einen Zusatzbuchstaben gab: Auf API SA folgt SB, dann SC usw. bis zu SJ heute. Bei den Diesel begann man mit CC, heute ist CF Stand der Technik.

Die ACEA-Norm ist das Gegenstück aus Europa (Association des Constructeurs Européens de l'Automobiles) zur API-Norm und genauso gültig und maßgeblich zur Auswahl des richtigen Öles. Hier gibt es drei Klassen:
A für Benzinmotoren (heute: A3)
B für Dieselmotoren (heute: B4)
C für Nutzfahrzeuge (heute: C3)

Nur Anhand der API-Norm, oder der ACEA-Norm kann man feststellen, ob das Öl den Anforderungen der Hersteller entspricht. Die Anforderungen stehen in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs, meist hinten. Jetzt müssen sie nur noch die richtige Viskositätsklasse heraussuchen, die sich nach Ihren Umgebungstemperaturen Ihres Wohnortes richtet. Wohnen sie in kalten Gegenden mit harten Wintern, sollten sie Motoröle mit gutem Kaltfließwert bevorzugen wie zB 5W40, 5W30, 0W40, 0W30. Für die Bewohner "gemäßigter" Winter reichen 10W40, oder gar das 15W40 vollkommen aus.

Quelle: Das ÖL-ABC aus der OldtimerMarkt 01/2004 und http://www.Castrol.de
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