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capodaster 24.10.2017 15:53

Hinterrad ausrichten
 
Hallo Capo-Gemeinde

bisher habe ich das Hinterrad immer nach den Markierungen an den Schwingen (die Striche unter den Stellschrauben) ausgerichtet. Nach Handbuch also.

Nun habe ich die Capo aus der Werkstatt zurück bekommen und nach meinem dafürhalten war das Hinterrad krass schräg eingebaut:

links 2 1/2 Striche, rechts 5 Striche sichtbar

Nun sagt der Monteur das wäre so korrekt, denn er habe das Rad mit Laser ausgerichtet. Und zwar wird der Laser auf das Kettenblatt aufgelegt und für eine gerade Flucht mit dem Ritzel gesorgt, damit die Kette gerade läuft. Klingt ja vernünftig.

Aber dass das Rad dann so schräg gegenüber den Markierungen liegt? Was habt ihr für Erfahrungen bzw. wie macht ihr das? Schon mal gehört dass man besser nicht nach den Markierungen gehen soll?

Und wenn die Kette gerade läuft, aber dann das Rad gegenüber der Spur verdreht wäre? Was ist besser/wichtiger/sicherer: gerade laufenden Kette oder gerade laufender Reifen?

Bin da echt überfordert und der Monteur kann mir Laie ja viel erzählen. Ich muss aber sagen dass er sehr bemüht wirkt. Also er gibt schon sein Bestes, schätze ich. Wäre toll wenn ich da ein paar Meinungen, Infos dazu bekäme.

Gruß
Albrecht

LuckyLuke 24.10.2017 16:26

Rad und Kette sollten parallel laufen und gerade ausgerichtet sein. Dass die Markierungen nicht immer ganz genau stimmen, habe ich bei verschiedenen Modellen schon gehört. Aber Du kannst das rein optisch selbst überprüfen, stell die Capo auf den Hauptständer und dann schaust Du von hinten auf die Kette und das Kettenrad. Du erkennst dann schnell, ob das Kettenrad in Flucht mit der Kette ist. Das Rad sollte dann auch gerade sein, wenn das nicht der Fall ist, wurde das Kettenblatt nicht gut auf das Rad aufgesetzt. Dann musst Du das Rad demontieren, das Kettenblatt einmal rausnehmen, die Gummidämpfer prüfen und danach alles sorgfältig zusammenbauen. Dabei darauf achten, dass sich das Kettenrad nicht verkantet und ganz hinein geschoben ist.

Was auch hilft zur Kontrolle der Flucht von Kettenrad und Kette, leg einen Lineal an das Kettenrad, dann siehst Du auch, ob Kettenrad und Kette fluchten oder nicht.

darota 24.10.2017 16:52

Zitat:

Zitat von LuckyLuke (Beitrag 552674)
Rad und Kette sollten parallel laufen und gerade ausgerichtet sein. Dass die Markierungen nicht immer ganz genau stimmen, habe ich bei verschiedenen Modellen schon gehört. Aber Du kannst das rein optisch selbst überprüfen, stell die Capo auf den Hauptständer und dann schaust Du von hinten auf die Kette und das Kettenrad. Du erkennst dann schnell, ob das Kettenrad in Flucht mit der Kette ist. Das Rad sollte dann auch gerade sein, wenn das nicht der Fall ist, wurde das Kettenblatt nicht gut auf das Rad aufgesetzt. Dann musst Du das Rad demontieren, das Kettenblatt einmal rausnehmen, die Gummidämpfer prüfen und danach alles sorgfältig zusammenbauen. Dabei darauf achten, dass sich das Kettenrad nicht verkantet und ganz hinein geschoben ist.

Was auch hilft zur Kontrolle der Flucht von Kettenrad und Kette, leg einen Lineal an das Kettenrad, dann siehst Du auch, ob Kettenrad und Kette fluchten oder nicht.

Alles Wichtige gesagt und erklärt! 1+ ! Setzen 8)

capodaster 24.10.2017 17:01

Zitat:

Rad und Kette sollten parallel laufen und gerade ausgerichtet sein. Dass die Markierungen nicht immer ganz genau stimmen, habe ich bei verschiedenen Modellen schon gehört.
Genau das wäre meine Frage: ich habe einen Unterschied von 2 1/2 Strichen oder mit der Schieblehre gemessen 7 mm Differenz (9 links, 16 rechts). Ist das nicht krass?

Ist das hier praktikabel:

http://www.gs-classic.de/tipps/fahr_02.htm

?

capodaster 24.10.2017 17:24

Zitat:

Was auch hilft zur Kontrolle der Flucht von Kettenrad und Kette, leg einen Lineal an das Kettenrad, dann siehst Du auch, ob Kettenrad und Kette fluchten oder nicht.
Und auch dazu eine Frage: eigentlich müssten doch drei Bauteile fluchten (geht man mal davon aus, dass Hinterrad und Kettenrad korrekt parallel sind) die da wären:

Vorderrad mit Hinterrad
Ritzel mit Hinterrad (Kettenrad)

gerade bei einem älteren Motorrad wie bei unseren Capos wird beides gleichzeitig nicht hundertprozentig gehen.
Was wäre dann wichtiger? Oder sollte besser ein vermittelter Zustand eingestellt werden?
Wenn ich bisher mit Ausrichtung nach Markierungen (links und rechts gleich viel Striche) gut gefahren bin und auch die Reifen gleichmäßig abgefahren wurden, aber vielleicht höheren Kettenverschleiß hatte und jetzt mit Laserausrichtung am Kettenrad vielleicht geringen Kettenverschleiß aber uU höheren Reifenverschleiß hätte, wäre vielleicht ein Zwischending das Beste? Also wenn ich die "Schrägstellung" gegenüber Markierung von jetzt 2 1/2 Strichen auf die Hälfte reduzieren würde bzw. die Differenz von jetzt 7 mm auf ca. 3,5 mm?

Aber vielleicht sollte ich einfach erst einmal ein paar hundert Kilometer fahren um zu sehen wie sich das ganze in der jetzigen Einstellung anfühlt.

LuckyLuke 24.10.2017 17:40

Hallo Albrecht

die Differenz erscheint mir schon recht gross. Überprüf doch erst einmal rein optisch, ob Kettenrad und Ritzel fluchten und danach, ob Hinterrad und Vorderrad fluchten. Dazu einfach die Capo entweder hinten mit Montageständer anheben oder auf den Mittelständer stellen.

Bei der optischen Prüfung ein Auge zukneifen und mit dem offenen Auge von hinten über Kettenrad und Kette resp. über Hinterrad zum Vorderrad schauen. Du siehst schnell, ob da Abweichungen sind oder nicht. Wenn Du feststellst, dass Hinterrad und Kettenrad nicht fluchten, dann nachstellen. Wenn optisch beides gut aussieht, dann kannst Du sicher ein paar hundert km fahren.

ich habe aber den Eindruck, dass das Kettenrad möglicherweise nicht gut eingebaut wurde. Dazu einfach das freidrehende Hinterrad langsam drehen und schauen ob das Kettenrad immer gleich läuft oder Du den Eindruck erhälst, das Kettenrad habe einen Schlag. Weil wenn das Kettenrad verkantet eingebaut wurde, dann würde das die grosse Abweichung erklären.

Gruss Lukas

MiFa 26.10.2017 07:52

Wie Lukas schreibt Hinterrad drehen und auf Pendelbewegung des Kettenblatts achten, daß muß rund laufen!

Anschließend legst du eine "Richtlatte", in welcher Form auch immer, an das Hinterrad so hoch wie möglich, so das sich jeweils beide Flanken vorne wie hinten berühren.
Die Verlängerung muß ebenfalls beide Flanken vom Vorderrad berühren, mindestens aber parallel verlaufen.

Gruß Micha

felix 26.10.2017 08:56

Moin,
rechts und links Abstand HR-Achse zu Schwingenachse messen geht auch (Mitte-Mitte).
Vorausgesetzt die Schwinge, der Rahmen und die Gabel sind gerade passt dann alles...

Gruß Felix

friesenoldie 26.10.2017 10:11

Zitat:

Zitat von felix (Beitrag 552741)
Moin,
rechts und links Abstand HR-Achse zu Schwingenachse messen geht auch (Mitte-Mitte).
Vorausgesetzt die Schwinge, der Rahmen und die Gabel sind gerade passt dann alles...

Gruß Felix

Genau so. Wenn man sich irgendwas satt passendes - Rundstahl, Schraube ... für die Bohrungen in der Schwinge und der Hinterachse sucht, kann man auch am Auspuff vorbei ziemlich genau messen.
Die Edelmaßnahme ist eine passende Lehre. Entweder selber machen oder kaufen - Metallbau Woitek aka 'Schlosser' in diversen Apriliaforen. http://www.metallbau-woitek.de/

capodaster 26.10.2017 15:44

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Zitat:

Zitat von friesenoldie (Beitrag 552742)
Genau so. Wenn man sich irgendwas satt passendes - Rundstahl, Schraube ... für die Bohrungen in der Schwinge und der Hinterachse sucht, kann man auch am Auspuff vorbei ziemlich genau messen.
Die Edelmaßnahme ist eine passende Lehre. Entweder selber machen oder kaufen - Metallbau Woitek aka 'Schlosser' in diversen Apriliaforen. http://www.metallbau-woitek.de/

Hallo Felix und Friesenoldie,

ich habe ja erst gedacht, dass man da gar nicht genau genug messen kann. Aber weit gefehlt.
Ich habe ein paar alte Körner und Nagelversenker eingesammelt. Da waren dann zwei dabei die jeweils in Schwingenachse und Radachse sehr genau gepasst haben. Damit war schon mal gewährleistet, dass meine Messpunkte senkrecht versetzt waren. Dann haben die Dinger ja nach dem konischen Teil meist eine Sechskant-Struktur wo man sie greift. Durch entsprechendes drehen kann man dann effektiv mit dem Meterstab von Fläche zu Fläche messen.
Das Ergebnis hat erstaunlich gut mit der Messung direkt an der Achsbefestigung des Hinterrads übereingestimmt:

rechts 9 mm länger als links (Kettenseite)

(Auspuff ist bei der Capo übrigens gar kein Problem, einzig der Bremsflüssigkeitsbehälter hinten ist etwas im Weg.)

Ergo hat mir die Werkstatt das Rad tatsächlich krass schräg eingebaut. So langsam verliere ich voll den Glauben. Ich war nämlich vorher schon zwei mal da (nach Arbeiten und Material für 1.800 Euro) weil der (neue) Hinterreifen innerhalb 2er Tage vollständige die Luft verloren hatte.

Erste Nachbesserung hat nicht geholfen. Jetzt nach der zweiten Nachbesserung sehe ich wie der Reifen drinhängt. Muss man nach einem Werkstattbesuch Schraube für Schraube nachprüfen ob alles stimmt? Und dann noch selber Hand anlegen und deren Pfusch zu beheben? Das kann doch wohl nicht sein.

Danke an alle für die Tipps auf jeden Fall.

Anbei noch ein Bild. Das ist ein Blick auf die Radachse bei gelöster Mutter. Sieht das normal so aus? Ich meine dieses Teil zwischen Kettenblatt und Schwinge das aussieht wie eine Kugellager-Lauffläche.
Ich frage weil ich der Werkstatt inzwischen fast alles zutrauen - auch falsche Teile einzubauen.

Gruß
Albrecht


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