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Alt 14.05.2016, 05:26   #6 (permalink)
infected
Überholer
 
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Mythen

Joa, zum Thema Mythen:

Da gibts bei Fahrwerken sicher so einige, aber der größte Mythos der kursiert ist der : ''Dass sich über die Federvorspannung die Federhärte ändert''. Das ist nicht so!
Mit der Federvorspannung verändert man rein der Arbeitsbereich des kompletten Dämpfersystems. Ich kann einen Dämpfer theoretisch so einstellen, dass er von, sagen wir mal 90 mm Federweg, nur noch 30 mm zum Einfedern hat. Dafür könnte man ihn dann um 60 mm ausfedern lassen. Oder ich stell den Federweg auf 50:50. dann hätten wir 45mm in beide Richtungen. Optimal für die Straße sind aber 75:25 bis 70:30. Das Dämpfersystem muss also viel weiter einfedern als ausfedern können.

Woher der Mythos kommt... wer weiß das schon. Es gibt ja auch Leute die glauben, dass die vordere Bremse böse ist :grins: aber ich stelle mir das so vor: In den diversen Bedienungsanleitungen der Motorradhersteller wird dem Fahrer geraten, bei mehr Zuladung auch die Federvorspannung zu erhöhen. Der Unwissende denkt sich das dann vielleicht so: Mehr Gewicht = mehr Vorspannung muss gleich mehr Federhärte sein! In Wirklichkeit wissen wir aber dass bei mehr Gewicht einfach nur das Motorrad tiefer einsinkt und unser Arbeitsbereich nicht mehr stimmt, den schraubt man dann im wahrsten Sinne des Wortes nach oben.


Dann hab ich noch einen Mythos:

Wheelyfahren macht die Simmerringe und die Gabel kaputt!
Ne, sicher nicht. Wenn die Gabel gut in Schuss ist, also die inneren Gleitlager nicht ausgeschlagen sein sollten, dann passiert da nicht viel. Und die (wenn überhaupt) zehntel mm Bewegung des Standrohrs werden durch die Flexibilität des Simmerrings abgefangen. Was kaputt geht ist evtl der Motor, wenn der nur noch Ölschaum ansaugt. oder das Lenkkopflager. ggf auch der Lagersitz. Das schlägt mit der Zeit aus, denn hier wirkt über einen sehr großen Hebel ziemlich viel Kraft auf einen sehr kleinen Punkt.


Ein sportlicher, schneller Fahrer braucht ein hartes Fahrwerk, das macht ihn noch schneller! oder Ich halte mich für einen echt schnellen Fahrer, jetz hab ich meine Maschine nach (KTM-) Handbuch auf Sport gestellt und irgendwie klappt jetzt gar nix mehr?!
Wundert mich nicht! :gute besserung:
Wir erinnern uns: So weich wie möglich, so hart wie nötig! Die Sporteinstellung die manche Hersteller, vor allem KTM, angeben, sind bereits für so manche Rennstrecke ganz passable Einstellungen. Sind aber für die meisten Fahrer auf der Landstraße einfach zu hart. Wenn dem Fahrer die Plomben aus den Zähnen gerüttelt werden und man kaum noch sieht, wohin man fährt, weil einem die Optik verwackelt, dann ist das einfach ZU STRAFF!


Mein Motorrad braucht, glaub ich, einen Lenkungsdämpfer!
Warum? Nur weil der Kumpel einen an der Maschine hat? Wenn von Herstellerseiten keiner montiert wurde ist die Fahrwerksgeometrie nicht so aggressiv ausgelegt dass ein Lenkungsdämpfer benötigt wird. Wenn es nun Probleme mit Lenkerschlagen geben sollte, dann sollte man sich vielleicht mal drüber Gedanken machen, ob man nicht selbst schuld ist. Das kann sein, weil das Fahrwerk komplett verstellt oder einfach kaputt ist. Das kann durch die eigene fahrweise kommen. Jedenfalls gilt es der Ursache auf den Grund zu gehen bevor man Unmengen Geld für nichts aus dem Fenster schmeißt. Sollte man allerdings sein Fahrzeug selbst auf eine aggressive Fahrwerksgeometrie auslegen (vor allem, weil man Rennstrecke fährt), dann macht der Lenkungsdämpfer Sinn.
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Ungelesen 14.05.2016, 05:26   #1 (permalink)
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