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Alt 14.07.2014, 12:38   #1 (permalink)
The Zachinator
Fahrer
 
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Standard Helmabnahme nach Unfall - Schädel platzt auf

Hallo Jungs,

ich bin LSM Ausbilder, dass heißt ich mache mit Führerscheinneulingen den Erste Hilfe Kurs.
In letzter Zeit wird zunehmend von den Fahrlehrern kommuniziert, dass der Helm unter allen Umständen auf dem Kopf des Betroffenen verweilen soll, da sonst der Schädel auseinander platzen könnte.
Vielleicht hatte da jemand auch eine Knochenkrankheit oder so?

Eine fundierte Quelle dazu habe ich nicht gefunden, ein Fahrlehrer habe ich direkt angesprochen - dieser hat auf eine Sat1 "Doku" verwiesen.

Habt ihr schon so etwas gehört?
Bislang hieß es immer zu, bei der Abnahme des Helmes könnte man Halswirbel verletzen - und den Betroffenen in den Rollstuhl bringen. Das finde ich, ist eine teilweise nachvollziehbare Angst - jedoch nicht der Schädel, welcher nur noch durch den Helm zusammen gehalten wird.

Grundsätzlich lass ich meine Teilnehmer nach einer Diskussion zum Ergebnis kommen, dass falls der Fahrer bewusstlos ist, der Helm abgenommen werden muss. Denn eine Bewusstlosigkeit ist lebensgefährlich, da der Betroffene zum einen durch die erschlafften Muskeln (Zunge) keine Luft mehr bekommen kann, und zum anderen an seinem Erbrochenen (Magenschließmuskel erschlafft) ersticken könnte. Mit einem Helm ist ein Überstrecken des Kopfes und eine Stabile Seitenlage (SSL) nicht möglich. Von der Atemkontrolle - welche Voraussetzung für eine SSL oder Wiederbelebung ist - ganz abgesehen.
Kurz, der Helm muss vom Kopf, sonst kann der bewusstlose Betroffene sterben. (Ist der Betroffene bei Bewusstsein, muss dieser selbst über die Abnahme des Helmes entscheiden - ist auch nicht immer so klar in den Kursen)

Grundsätzlich bin ich der Ansicht, nach einem Unfall, in dem der Fahrer das Bewusstsein verliert, sind schon viel höhere Kräfte auf den Kopf und das Skelett aufgetreten, als es bei der Abnahme eines Helmes vorkommt. - Man also nichts verschlimmern kann.

Was mich persönlich auch immer wieder überrascht ist, dass viele meiner Teilnehmer auf die Frage was schlimmer sei - Rollstuhl nach einer Lähmung (Sei es halt durch die Abnahme des Helmes) oder Tod durch Ersticken weil der Helm auf dem Kopf belassen wurde - ich den Rollstuhl als Antwort bekomme. Dem kann ich aber in einer kleinen Diskussionsrunde, mit dem Ergebnis, dass niemand über Leben und Sterben anderer zu entscheiden hat, abhelfen.

Zumal nicht jeder Helmträger einen Motorradunfall bei 280km/h auf der Autobahn hat, bei dem der Helm samt Schädel reißt, sondern auch Roller und Mopedfahrer.

Sinn des Threades ist einfach eure Meinung zu lesen, vielleicht habt ihr auch dieses Aufplatzen des Schädels gehört, wisst einen Artikel dazu etc...
Vielleicht verweise ich auch in meinen folgenden Kursen auf das Thema.

Naja, und mich halt auch über diese Schockmärchen von Fahrlehrern auszulassen...

Viele Grüße,
Florian
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Ungelesen 14.07.2014, 12:38   #1 (permalink)
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